Kooperation mit der HfWU Nürtingen-Geislingen

Im Rahmen des vergangenen Forschungsprojektes unter Leitung von Prof. Dr. Funk vom Fachbereich Kooperationsmanagement der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen beschäftigten sich Studierende mit der Attraktivität und Anziehungskraft unserer Stadt. Insgesamt wurden 547 Personen befragt.
 
Im Wintersemester lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Onlinemarktplatz für Kirchheim unter Teck“.
 
Stadtverwaltung, der Bund der Selbständigen sowie der City Ring haben die Studierenden zum Semesterbeginn über ihre Tätigkeiten informiert. Anschließend lernten sie im Rahmen einer historischen Stadtführung die Fachwerkstadt kennen und konnten als Abschluss hinter die Kulissen einiger Einzelhändler schauen.
 
Unterschiedliche Fokusgruppen (je nach Alter und Beruf) wurden gebildet und befragt um die Kirchheimer Verbrauchersicht zu analysieren. Auch der Einzelhandel ist wieder in seiner Expertise gefragt. Schließlich wird immer mehr online konsumiert.

Die Studierenden präsentierten die Forschungsergebnisse im Januar im Rahmen einer Veranstaltung in den Räumlichkeiten der KSK Esslingen-Nürtingen. Unter den Augen interessierter Zuschauer aus Bürgerschaft, City Ring, BDS und Verwaltung wurden neue Erkenntnisse zu den Chancen und Bedarfen eines Onlinemarktplatzes vorgestellt.  Im Ergebnis empfahlen die Studierenden die Einrichtung eines ganzheitlichen Modells. Dort sollten nicht nur die Einzelhändler mit einer Schaufensterfunktion ihre Produkte bewerben können, sondern auch Gastronomen, Dienstleister und Handwerker vorgestellt werden. Veranstaltungen und Aktionen öffentlicher und privater Organisatoren wären ebenfalls zu ergänzen. Dagegen sei die Einrichtung eines Onlineshops und einer App-Funktion nicht zu empfehlen.

Alle Resultate und Forschungsergebnisse wurden von Prof. Dr. Funck am 02.03.2017 in der Stadthalle vorgestellt. Unter dem Motto „Kirchheim – lebendig, lebenswert – digital?“ fand ein sehr gut besuchter Vortrag zum Thema digitaler Wandel und den Auswirkungen für den Kirchheimer Einzelhandel statt. „Mehr als 100 interessierte Kirchheimerinnen und Kirchheimer, darunter viele Fachleute und Einzelhändler sind gekommen“,  stellt die Wirtschaftsförderin Saskia Klinger fest, die die Projekte zusammen mit dem Bund der Selbstständigen und dem City Ring begleitet hat. Prof. Dr. Funck schloss sich in seinem Vortrag der Analyse seiner Studierenden an. Ein reiner Online-Shop sei im Gegensatz zu den großen Konkurrenten wie Amazon nicht wettbewerbsfähig. Stattdessen müsse man mit einem Konzept, das alle Akteure in Kirchheim umfasst, Begeisterung für Einkauf bei lokalen Anbietern erzeugen. Außerdem sollte man die gute Vernetzung der Kirchheimer Betriebe nutzen, um über den Online-Marktplatz Synergien aufzubauen. Gleichzeitig betonte Prof. Dr. Funck, das solch einer virtuellen Plattform professionell betrieben werden müsse und nicht von einigen ehrenamtlichen Helfern zu bewältigen sei. Zur Umsetzung des Online-Marktplatzes empfahl der Hochschulprofessor eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, City-Ring und BDS. Die Präsentation zum Vortrag finden Sie hier.

Auch im Rahmen des Handelstages in der Stadthalle Nürtingen wurden die Themen Onlinemarktplatz und Digitalisierung in Kooperation zwischen der Stadt Kirchheim und der HfWU weiter behandelt. Unter anderem nahm Frau Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker dort an einer Podiumsdiskussion über Stadtmarketing und virtuelle Marktplätze teil.
 
Unsere Stadt als Einkaufsstadt und Mittelzentrum attraktiver zu machen ist lohnenswert.  - betrachtet man die aktuellen Zahlen der IHK aus dem Jahr 2018 innerhalb des Landkreises Esslingen, belegt die Teckstadt einen einsamen Spitzenplatz. Die Zentralitätskennziffer, die sich aus Kaufkraft und Umsatz errechnet, liegt 2018 bei 123,0. Alles, was über 100 liegt, spricht für einen leistungsstarken Einzelhandel. Außer Kirchheim liegt nur noch Esslingen mit 102,4 über der magischen Grenze. Auf dem dritten Platz im Kreis folgt Nürtingen mit 97,3.
Hinzu kommt die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Da fällt auf, dass Kirchheim um 1,3 zugelegt hat. Die Zentralitätskennziffer von Nürtingen und Esslingen hingegen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Aber was lässt sich aus diesen Zahlen folgern? Kirchheim ist die mit Abstand attraktivste Einkaufsstadt im gesamten Landkreis. Und nicht nur das: Kirchheim überflügelt auf dieser Skala sogar die Landeshauptstadt. Stuttgarts Zentralitätskennziffer liegt 2018 nämlich bei 122,0 – ein Indiz für die Attraktivität unserer historischen Marktstadt.