Städtepartnerschaften & Patenschaften

Die Pflege partnerschaftlicher Beziehungen mit anderen Städten in Europa hat in Kirchheim unter Teck eine lange Tradition. Die Stadt Kirchheim unter Teck ist mit Partnerstädten in Frankreich, Ungarn und Serbien freundschaftlich verbunden. Unterstützt durch ein großes Engagement der Kirchheimerinnen und Kirchheimer werden diese Beziehungen kontinuierlich gepflegt und lebendig gestaltet.

Mit einer Patenschaft drückt eine Kommune ihre besondere Verbundenheit zu einem Objekt, einer Einrichtung, einer Person oder einer Personengruppe aus. Patenschaften werden freiwillig eingegangen. Die Initiative dazu geht von der jeweiligen Stadt aus. Im Gegensatz zu Partnerschaften sind Patenschaften einseitig übernommene "Fürsorgeverpflichtungen" der Patenstadt, die sich mit dem "Paten" solidarisch zeigt.

Patenschaften

Über 12 Millionen Deutsche traf nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 das bittere Los der Vertreibung. In dieser schweren Zeit war es für viele Städte und Gemeinden Aufgabe und Verpflichtung gemeinsam mit den vom Schicksal hart getroffenen Heimatvertriebenen einen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Neuanfang zu wagen. Mit den damals zahlreich geschlossenen Städtepatenschaften sollte für die Vertriebenen ein symbolischer Ort geschaffen werden, an dem sie sich fern ab ihrer Heimat treffen konnten, um ihrer Wurzeln zu gedenken. Außerdem drückte die Städtepatenschaft die Verbundenheit zwischen Menschen aus Ost und West aus.
 
Die Stadt Kirchheim unter Teck schloss einen solch symbolischen Bund mit den Heimatortgemeinschaften Freiwaldau-Gräfenberg und Bulkes am 23. August 1953 bzw. am 29. Mai 1966. Die beiden Patenschaften wurden im Jubiläumsjahr 2003 bzw. 2006 vom Gemeinderat ausdrücklich bekräftigt.
 
Freiwaldau-Gräfenberg (heute: Jesenik, Tschechien) war eine Kur- und Kreisstadt im Ostsudetenland, am Zusammenfluss der Staritz mit der Biele inmitten des Altvatergebirges gelegen. Freiwaldau-Gräfenberg zählte bei der Vertreibung 8.000 Einwohner und war als Kurstadt weit über seine Grenzen hinaus bekannt.
 
Bulkes (heute: Maglić, Serbien)  lag in der südslawischen Batschka zwischen Donau und Theiß - 30 km entfernt von der Festung Peterwardein und der Stadt Neusatz - und wurde 1786 gegründet. Es handelte sich um eine wohlhabende und aufstrebende Gemeinde mit 3.000 Einwohnern.
 
Beide Patenschaften standen und stehen nicht nur auf dem Papier. Bei regelmäßig stattfindenden Heimattreffen reisen Bulkeser aus allen Teilen Deutschlands, Österreichs, teilweise sogar aus den USA und Kanada nach Kirchheim unter Teck. Seit der Grenzöffnung und Annäherung zwischen Ost und West Anfang der 90er Jahre findet ein verstärkter Austausch mit den Gemeinden in Tschechien und Serbien statt. Mit der Gemeinde Bački Petrovac, deren Ortschaft Maglić das frühere Bulkes ist, wurde im Mai 2017 eine offizielle Städtepartnerschaft eingegangen.
Flugzeug A319-100 D-AIBG "Kirchheim unter Teck" auf dem Hamburg Flughafen 10 Minuten vor dem Abheben

Seit über 20 Jahren trägt ein Lufthansa-­Jet den Namen "Kirchheim unter Teck" von Land zu Land. Am 10. September 1992 taufte Anne Jakob, die Frau des damaligen Oberbürgermeisters Peter Jakob, eine Boeing 737-500.
 
Die Benennung der Flugzeuge nach deutschen Städten hat bei der Lufthansa eine langjährige Tradition. Hierdurch soll die Verbundenheit der Lufthansa zum Heimatstandort Deutschland zum Ausdruck kommen. Allein in Baden-Württemberg gibt es mehr als 20 Patenstädte. Bei der Vergabe orientiert sich Lufthansa an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des betreffenden Ortes. Auch Städte, die in besonderer Weise mit der Luftfahrt verbunden sind, finden Berücksichtigung. So auch die Fliegerstadt Kirchheim unter Teck. Die Boeing 737-500 wurde im September 2011 außer Dienst gestellt, weswegen seitdem ein Airbus A319-114 unter dem Namen "Kirchheim unter Teck" 160 Passagiere 900 km weit pro Stunde transportiert.

Partnerstädte

Rambouillet ist eine alte Handels- und Schulstadt vor den Toren von Paris mit 25.000 Einwohnern. Inmitten ausgedehnter Wälder liegt sie an der Nationalstraße 10, rund 60 Kilometer südwestlich von Paris. Bekannt ist vor allem das berühmte Schloss, in dem oftmals Staatsempfänge stattfinden und hohe Staatsbesuche beherbergt werden.

In der Erkenntnis, dass Europa sich zusammenschließen muss, wenn es nicht für immer zerfallen will und den festen Willen, zum Ziel eines solchen vereinigten Europas beizutragen, wurde am 20. Mai 1967 in Rambouillet die Partnerschaft zwischen den Städten Rambouillet und Kirchheim unter Teck geschlossen und am 25. Mai 1968 in Kirchheim unter Teck bekräftigt.

Damals wurde ein Werk gegenseitigen Verstehens und enger Zusammenarbeit begonnen, das bis heute in Form von Austauschen und Begegnungen schon viele schöne Früchte getragen hat. Seit damals kamen weit über 30.000 Bürger beider Städte in unmittelbaren Kontakt miteinander durch diese Partnerschaft.

Das Nebeneinander, Beieinander und Zueinander von Rambolitains und Kirchheimern, von Franzosen und Deutschen, ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Beziehungen und Verbindungen zwischen den Menschen wurden geknüpft, die unsere Völker vor großem Leid hätten bewahren können, wären sie schon in der Vergangenheit vorhanden gewesen.

Rambolitains und Kirchheimer haben JA zu einem vereinigten Europa - nicht der Nationen, sondern der Völker - in einer friedvollen freien Welt gesagt, und so eine Brücke der Verständigung zwischen den Völkern geschaffen.


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In der alten Kleinstadt an der Donau leben rund 20.000 Einwohner. Sie liegt etwa 120 Kilometer südlich von Budapest. Für die Region ist Kalocsa ein wichtiges kulturelles Zentrum mit Kathedrale, erzbischöflichem Palast und Domherrenhäusern. Kalocsa ist bekannt für seinen weltberühmten Paprika, dem sogenannten "roten Gold" und für seine berühmte Volkskunst mit Stickerei, Wandbemalungen, Möbelverzierungen und Töpfereien.

Die Staatsbesuche des Bundespräsidenten a.D. Richard v. Weizsäcker im Jahre 1986 und der Besuch des Ministerpräsidenten Karoly Grosz 1987, sowie die Unterzeichnung von Kulturabkommen, haben den Weg der Länder zu Beziehungen auf kommunaler Ebene frei gemacht. Nach dem Wandel der politischen Systeme der meisten osteuropäischen Staaten zu Beginn der 90er Jahre des 21. Jahrhunderts ist Europa stärker denn je zusammengewachsen. Dies wird anschaulich als das 'Haus Europa' bezeichnet. Diese Veränderungen zeigen, wie wichtig es war, dass die Gemeinden - als die Urzelle das Staatswesens - aufeinander zugegangen sind. Zwischen Kalocsa und Kirchheim unter Teck ist durch viele Kontakte auf bürgerschaftlicher Ebene eine Freundschaft zwischen beiden Städten entstanden. Damit ist die Basis für ein geduldiges Weiterknüpfen der Fäden gegeben. Das Ziel kann nicht nur eine offizielle Angelegenheit zwischen den Repräsentanten sein, sondern vielmehr eine Partnerschaft zwischen den Bürgern, den Jugendlichen, den Vereinen und Vereinigungen dieser Städte. Der feierliche Abschluss dieses Partnerschaftsvertrages fand am 05. Mai 1990 in Kirchheim statt. Bekräftigt wurde dieser Vertrag am 05. Mai 1991 in Kalocsa. Dieser Tag war jeweils der Europatag - damit wird bewusst gemacht, dass Europa nicht mehr an den Blockgrenzen endet, sondern das politische Europa sich dem geographischen annäherte.

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Bački Petrovac ist eine serbische Gemeinde mit rund 15.000 Einwohnerinnen und
Einwohnern, die in der südlichen Batschka der autonomen Provinz Vojvodina - rund 20 Kilometer von Novi Sad entfernt - liegt.


Die serbische Gemeinde Bački Petrovac ist Kirchheims jüngste Städtepartnerschaft. Die Anregung dazu ergab sich aus den Kontakten, die Bulkeserinnen und Bulkeser zu ihrem ursprünglichen Heimatort in Serbien aufgebaut hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Donauschwaben aus ihrem serbischen Heimatdorf vertrieben. Die meisten Überlebenden kehrten nach Deutschland zurück. 1966 übernahm die Stadt Kirchheim unter Teck die Patenschaft für die heimatvertriebenen Bulkeser. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Patenschaft entschied sich der Kirchheimer Gemeinderat 2016, die freundschaftlichen Beziehungen zu der serbischen Gemeinde Bački Petrovac zu vertiefen, deren Teilortschaft das ehemalige Bulkes und heutige Maglić ist. Im Mai 2017 wurde in Serbien die offizielle Städtepartnerschaft begründet. Im Mai 2018 wird diese in der Teckstadt bekräftigt werden.


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