Projekt "Einsamkeit"

Die Stadt Kirchheim unter Teck ist Preisträgerin des landesweiten „Ideenwettbewerbs Einsamkeit“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Für die eingereichte Projektidee „Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive – Verbindungen schaffen, Netzwerke stärken“ erhält die Stadt eine Förderung.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Ideenwettbewerbs_Foto: Leif Piechowsk

Das Projekt, das auf Erfahrungen des Projektes „Unser Jesingen“ aufbaut, wird im Zeitraum vom 1. Mai 2026 bis 30. April 2028 durchgeführt. Es nimmt Einsamkeit und soziale Isolation von Bürger:innen in Kirchheim unter Teck in den Blick. Besonders berücksichtigt werden Menschen mit Migrationsgeschichte. Gemeinsam mit Menschen vor Ort, lokalen Einrichtungen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern sollen Barrieren erkannt, Bedarfe sichtbar gemacht und neue Möglichkeiten für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe, insbesondere in den Nachbarschaftsnetzwerken, entwickelt werden.

Ziele

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Einsamkeit frühzeitig erkannt und gesellschaftliche Teilhabe erleichtert werden kann. Auch Menschen, die trotz vorhandener familiärer oder persönlicher Netzwerke im Alltag nur wenige Kontakte haben, sollen besser erreicht und unterstützt werden.

Besonders Menschen mit Migrationsgeschichte können durch fehlende lokale Kontakte, Sprach- und Alltagsbarrieren oder nicht passende Angebote von sozialer Isolation betroffen sein. Das Projekt möchte deshalb Zugänge schaffen, die unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen, Vertrauen aufbauen und die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben erleichtern.

Gleichzeitig soll das Projekt den Blick auf Einsamkeit insgesamt richten. Einsamkeit kann Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft betreffen. Durch mehr Austausch, Begegnung und Vernetzung soll das soziale Miteinander in den Quartieren gestärkt werden.

Worum geht es?

Zentrales Element des Projekts sind interkulturell geschulte Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive. Sie sollen kirchheimweit an verschiedenen Alltagsorten präsent sein und mit Menschen vor Ort ins Gespräch kommen.

Gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie dem Integrationsrat werden beispielsweise Vereine, religiöse Einrichtungen, Einrichtungen aus dem Einzelhandel und weitere Anlaufstellen einbezogen. Ziel ist es, die Situation vor Ort besser zu verstehen, mögliche Bedarfe zu erfassen und Menschen bei Bedarf gezielt mit bestehenden nachbarschaftlichen oder gesellschaftlichen Angeboten zu vernetzen.

Darüber hinaus sollen neue Formate entstehen, die Vertrauen schaffen, Hemmschwellen abbauen und eine stärkere Beteiligung ermöglichen. In einem kulturell vielfältigen Quartier soll außerdem ein neues Nachbarschaftsnetzwerk entstehen.

Maßnahmen

  • Es werden Gespräche mit lokalen Schlüsselpersonen geführt und Erfahrungen, Bedarfe und mögliche Ansatzpunkte erfasst.
  • Ehrenamtliche Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive werden von uns geschult und auf ihre Aufgabe vorbereitet.
  • Es wird eng mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie dem Integrationsrat zusammengearbeitet.
  • Es wird gezielt nach Möglichkeiten gesucht, Menschen mit bestehenden Angeboten und nachbarschaftlichen Netzwerken zu verbinden.
  • Es sollen neue Begegnungs- und Beteiligungsformate, die Vertrauen schaffen und gesellschaftliche Teilhabe fördern, geschaffen werden.
  • Teil des Projektes ist es, ein neues Nachbarschaftsnetzwerk in der Südstadt aufzubauen, das über eine kulturell vielfältige Einwohnerstruktur verfügt.

Das Projekt „Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive – Verbindungen schaffen, Netzwerke stärken“ wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

Grundlage für den Ideenwettbewerb war die Studie „Einsamkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Baden-Württemberg 2025“ der Bertelsmann Stiftung. Insgesamt wurden mehr als 300 qualifizierte Bewerbungen eingereicht. 35 Projekte wurden mit einem Preisgeld von bis zu 30.000 Euro ausgezeichnet und können ihre Vorhaben innerhalb von bis zu zwei Jahren umsetzen.
Das Projekt in Kirchheim unter Teck läuft bis Mitte 2028. Die gewonnenen Erkenntnisse und die daraus entwickelten Angebote sollen dazu beitragen, Einsamkeit zu reduzieren, das soziale Miteinander zu stärken und das generationenübergreifende Zusammenleben zu fördern. Das Konzept der Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive wurde bereits im Rahmen des Projekts „Unser Jesingen“ (2023–2025) erprobt. Dort wurde der Ansatz genutzt, um Einsamkeit und soziale Isolation frühzeitig zu erkennen.
Mit dem neuen Projekt soll dieser Ansatz weiterentwickelt und kirchheimweit auf Menschen mit Migrationsgeschichte übertragen werden.
Das Projekt „Einsamkeitsdetektivinnen und -detektive – Verbindungen schaffen, Netzwerke stärken“ wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

Weitere Informationen zum Ideenwettbewerb.