Stadtnachricht

„Verbrannte Dichter“: Kirchheimer Literaturbeirat gedenkt Bücherverbrennungen am Dienstag, 10. Mai 2022


Vor 89 Jahren, am 10. Mai 1933, kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, wurden an vielen Universitäten hunderte von Büchern verbrannt. Es war eine von einer rechtsstudentischen Bewegung in Berlin angefachte Aktion, der fast alle deutschen Universitäten folgten. Unter der Parole „wider den undeutschen Geist“ fielen hauptsächlich Bücher jüdischer Schriftsteller wie beispielsweise von Joseph Roth und Anna Seghers, aber auch Werke regimekritischer Autoren wie Bertolt Brecht, Erich-Maria Remarque und Erich Kästner dieser Aktion zum Opfer. Der seit vielen Jahren in Esslingen lebende österreichische Schauspieler und Kabarettist Gerhard Polacek wird über einige dieser Autoren sprechen und Texte aus deren Werken vortragen, die bis heute unvergessen sind und auch von jungen Leuten gerne gelesen werden.

Polacek geht in seinem Vortrag auch auf die Bücherverbrennungen in Österreich ein. Vornehmlich auf jene Aktion, die am 30. April 1938 nach dem Anschluss Österreichs auf dem Salzburger Residenzplatz stattfand. Dort wurden die Bücher der genannten Schriftsteller ebenfalls verbrannt. Zur Erinnerung an diese Ereignisse brachte die Stadt Salzburg 2011 eine Gedenktafel an der St. Michaelskirche an und übergab im April 2018 auf dem Residenzplatz das von den Künstlern Fatemeh Naderi und Florian Ziller geschaffene Mahnmal „Buchskelett“ der Öffentlichkeit.

Mehrere Personen gehen in den Eingang der Stadtbücherei Kirchheim unter Teck

Pressemitteilung Nr. 094/22 vom 29.04.2022