Stadtnachricht

Neues Graffiti-Projekt in der Unterführung am Ötlinger Bahnhof


Beinahe wie im Spielertunnel eines Stadions fühlt man sich nun, wenn man durch die Ötlinger Bahnhofsunterführung geht: Beidseitig können Besucherinnen und Besucher nun die Graffiti-Kunstwerke dreier Künstler betrachten und ein wenig in die Geschichte der Region eintauchen.

Während die „alte“ Wand eher im überzeichneten Comic-Stil gestaltet wurde, ist das neuangebrachte Werk von einem realistischeren Stil geprägt. Auch dieses Mal wurden wieder regionale Elemente eingebunden, beispielsweise aus dem Kirchheimer Ortsteil Lindorf.  Ein Lindorfer „Wappen“ (ein eigenes Wappen ist für Lindorf nicht nachgewiesen, wohl aber ein Schultheißenamtssiegel von 1832, welches die drei Württembergischen Hirschstangen zeigt), bildet den Gegenpol zum auf der anderen Wandseite gezeigten Ötlinger Wappen. Darüber hinaus stehen die Natur und ihre Tiere im Mittelpunkt.

Facettenreiche Reise durch die Landschaft

Durchquert man den Tunnel in Richtung Bahnhofsgebäude begegnet man neben dem Wappen einem blauen Pferd, einem Meer mit Fischen und einem eisigen Gletscher, über dem der Mond scheint. Anschließend geht es über grüne Wiesen, bis hin zu Bienenwaben, Sonnenblumen, einer Gans mit Sonnenaufgang und Weizenkörnern. Neben dieser Aneinanderreihung von Landschaften ist zudem auch ein deutlicher Farbverlauf von einer dunklen und kalten Nacht bis hin zu einem hellen und warmen Tag zu erkennen.

Aber auch auf kleinere Details wurde geachtet: Vor dem Mond schwirrt die Raumstation I.S.S vorüber, und auf dem Gletscher sitzt ein Fischer - als kleine Anspielung auf den Familiennamen von einem der Künstler. Selbst ein weißes Reh, welches  vor einigen Jahren des Öfteren in Lindorf und im Landkreis gesichtet wurde, ist zu sehen. Auch auf das aktuelle Thema der Meeresverschmutzung wird aufmerksam gemacht.

Ortsvorsteher Hermann Kik ist stolz auf das Endergebnis, und auch zahlreiche lobende Kommentare von vorbeigehenden Bahnhofsbesucherinnen und –besuchern waren bereits zu vernehmen. Als Ortsvorsteher hat er schon die vergangenen Projekte in der Ötlinger Unterführung im März 2021 und auf der Südseite des Bahnhofs zur Kommunalwahl 2019 befürwortet und unterstützt. „Die Idee zur Verschönerung der Fläche durch Graffitikunst geht auf eine E-Mail-Anregung von Stefan Fischer zurück“, betont Kik. Der Ortschaftsrat habe die Idee gerne aufgegriffen.

Rund 50 Stunden Arbeit stecken im Projekt

Für die Umsetzung des Projektes benötigten die beiden Studenten Stefan Fischer (24 Jahre, studiert Medienwissenschaften in Tübingen) und Thai Tran (30 Jahre, studiert Kunst an der Freien Kunstakademie in Nürtingen) etwa zwei Wochen Zeit. Die meiste Zeit verbrachten die beiden im Güterlok-Schuppen am Kircheimer Bahnhof. Insgesamt 50 Stunden nahm das Projekt in Anspruch, darunter alleine rund 6 Stunden die Konzeption. Diese wurde im Vorfeld dem Ötlinger Ortsvorsteher Hermann Kik und Dr. Frank Bauer (Leiter der Abteilung Kultur der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck) via Videokonferenz vorgestellt. Diese lieferten den beiden Künstlern Anregungen und Ideen, ließen ihnen aber bei der Umsetzung aber freie Hand. Die Kosten für das Projekt liegen bei insgesamt rund 4000 Euro, darunter jeweils 750 Euro Honorar für die beiden Künstler. Der Rest wurde für das Material (Tafeln, Farben, Lackierung) und die Anbringung durch Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes verwendet.

Einbettung in die Sauberkeitskampagne der Stadt Kirchheim unter Teck

Ziel der langfristig angelegten Öffentlichkeitskampagne „Mach mit! Für ein sauberes Kirchheim“ ist es, in der Bevölkerung das Bewusstsein zu diesem wichtigen Bereich des öffentlichen Miteinanders zu schärfen und gleichzeitig eine Sensibilisierung zu erreichen. 

Die Kampagne soll einerseits aufzeigen, was die Stadtverwaltung und die Ortsteile – wie hier in Ötlingen – bereits an verschiedenen Projekten und Beiträgen im Sinne einer sauberen Stadt leisten und andererseits auch über besondere Aktionen zum Mitmachen animieren.

Mit Graffiti-Aktionen wie dieser sollen Vandalismus und illegale Graffiti verhindert werden. Zudem sollen sie das allgemeine Stadtbild verbessern und zeigen, dass auch wirkliche Kunstwerke mit Graffiti entstehen können - wenn man die Dosen nur den Richtigen gibt.

Weitere Informationen zur Sauberkeitskampagne "Mach mit! Für ein sauberes Kirchheim" gibt es unter www.kirchheim-teck.de/sauberes-kirchheim.