Stadtnachricht

Gebäude im Fokus: Neue historische Infotafel am Kirchheimer Schlossplatz enthüllt


„Die neue Tafel geht auf eine Initiative des Verschönerungsvereins Kirchheim unter Teck zurück, der auch die Hälfte der Kosten übernimmt“, so Bauer. Ziel sei es, den Schlossplatz und die dortigen Gebäude als historisches Ensemble stärker zur Geltung zu bringen.„Der Schlossplatz gehört zu den schönsten Plätzen unserer Stadt. Mit diesem Schild erfahren die Besucherinnen und Besucher schnell, welche spannende Geschichte sich hier einst zugetragen hat“, erläutert Bader.

Historische Gebäude im Fokus: Kirchheimer Schloss, Altes Forstamt und Paulinenpflege

Der Bau des heutigen Kirchheimer Schlosses begann bereits 1538 unter Herzog Ulrich von Württemberg, der die Stadt zur Landesfestung ausbauen ließ. Die Renaissanceanlage besaß zunächst eine militärische Funktion, wurde jedoch ebenfalls kurzzeitig als Kur- und Jagdschloss der württembergischen Herzöge genutzt. Seit dem Dreißigjährigen Krieg diente es bis zum Tod von Henriette von Württemberg im Jahr 1857 als Residenz für Witwen und andere Angehörige des Hauses Württemberg. Der sich in östlicher Richtung anschließende Marstall diente ursprünglich für Pferde sowie die dazugehörigen Kutschen und  Geschirre. In seiner heutigen Form geht der Marstall auf das 18. Jahrhundert zurück, da das historische Gebäude 1735 ein Opfer der Flammen wurde.

Zwischen 1902 und 2006 war das Gebäude an der Adresse Schlossplatz 9 der Sitz des Staatlichen Forstamts, woher es auch seinen heutigen Namen als „Altes Forstamt“ hat. Ursprünglich befand sich dort die ehemalige „Deutsche Schule“, die jedoch während des großen Stadtbrandes von 1690 gemeinsam mit weiten Teilen der Kirchheimer Innenstadt zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1693 diente das Gebäude als Residenz herzoglicher Beamter und hochstehender höfischer Persönlichkeiten. Ältere Kirchheimerinnen und Kirchheimer kennen es daher vielleicht auch noch unter der Bezeichnung „Kavaliersgebäude“.

Das heutige Gebäude Schlossplatz 14 lässt sich auf das Jahr 1695 zurückdatieren, als es der Organist Johann Wilhelm Klotz als Wohnhaus erbauen ließ. Es verblieb in Privatbesitz, bis im Jahr 1826 eine wohltätige Institution ins Leben gerufen wurde, eine „Rettungsanstalt für arme, verwahrloste Kinder“. Federführend war hier Herzogin Henriette als damalige Bewohnerin des Schlosses tätig, die die Einrichtung nach ihrer Tochter benannte, der württembergischen Königin Pauline. 18 bedürftige Jungen und Mädchen aus Kirchheim unter Teck und der unmittelbaren Umgebung zogen in das Heim ein und wurden von ihrem 6. Lebensjahr bis zu ihrer Konfirmation betreut. 1840 war das Gebäude zu klein geworden und die Paulinenpflege zog in ein deutlich größeres Gebäude in der Alleenstraße um.

Doch es nicht nur die Geschichte, die die zur Einweihung Versammelten umtreibt. So zeigt Martin Lude auf die Schlossmauer hinter dem Marstallgarten und führt aus: „Das wird unser nächstes Projekt. Gemeinsam mit dem Pädagogischen Fachseminar und der Stadtverwaltung setzt sich der Verschönerungsverein dafür ein, dass die Schlossmauer und auch die Schlossbastion künftig einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Sie bieten einen wunderbaren Ausblick und sind es wert, aktiv erlebt zu werden!“ schwärmt der Stadtführer und Vorsitzende des Verschönerungsvereins.

Dr. Frank Bauer, Oberbürgermeister Dr.Pascal Bader  und Martin Lude enthüllen am Kirchheimer Schlossplatz eine neue Infotafel, die Besucherinnen und Besucher über das historische Gebäude-Ensemble an diesem Platz informiert.

Pressemitteilung Nr. 217/21 vom 27.09.2021