Stadtnachricht

Gewässerschauen an der Gießnau sowie am Jauchertbach


Was ist eine Gewässerschau?

Die Stadt als Träger der Unterhaltungslast für alle Fließgewässer 2. Ordnung ist gesetzlich verpflichtet, regelmäßig die Gewässer einschließlich ihrer Ufer und das Gewässerumfeld zu besichtigen - also eine Gewässerschau durchzuführen. Die Gewässerschau dient dazu, die Einhaltung der wasserrechtlichen Anforderungen insbesondere zum Hochwasserschutz und der ökologischen Funktionen der Gewässer zu prüfen. Es können Gefahren am Gewässer, unzulässige Nutzungen und sonstige Mängel festgestellt und deren Behebung eingeleitet werden. Gefahrenquellen können unter anderem Ablagerungen wie beispielsweise Komposthaufen und Holzstapel oder die Lagerung von wassergefährdenden Stoffen in der Nähe eines Gewässers sein.

Wie läuft das in Kirchheim unter Teck konkret ab?

Im März 2019 hat an der Gießnau, inklusive deren Zuflüsse, und am Jauchertbach eine Gewässerschau stattgefunden. Das heißt Mitarbeitende der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck, Vertreter der Naturschutzverbände und des Landratsamtes Esslingen haben die Gewässer vor Ort begutachtet. Im April 2020 gab es eine Nachbegehung durch das Sachgebiet Grünflächen der Stadt Kirchheim unter Teck, um Veränderungen im Gewässerumfeld zu dokumentieren. Eigentümer, auf deren Grundstücke Missstände festgestellt wurden, werden in den kommenden Wochen - in Abhängigkeit der Zuständigkeit - von der Stadtverwaltung bzw. dem Landratsamt Esslingen angeschrieben. Sie werden aufgefordert, die Mängel zu beseitigen.

Was müssen Gewässeranlieger denn grundsätzlich beachten?

Wer ein Grundstück am Gewässer hat, kann sich glücklich schätzen: Gewässeranlieger haben ein Stück Natur und Erholung vor der Haustür. Damit geht aber auch eine gewisse Verantwortung einher. Falsches Verhalten kann zu negativen Eingriffen in das Ökosystem des Gewässers und zu Hochwasserschäden führen. Ablagerungen von Holz, Schnittgut und anderen Gegenständen können Abflusshindernisse bilden und damit das Hochwasserrisiko erhöhen. Die Wasserentnahme mit Pumpen oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger verursachen einen erheblichen Eingriff in das Fließgewässer. Mit dem richtigen Verhalten können Gewässeranlieger zu mehr Natur für die Bäche und Flüsse und zu mehr Hochwasserschutz beitragen.

Die wichtigsten Regelungen in Kürze

  • Kompost, Holz, Bauschutz sowie der Bau von Anlagen ist nur mit ausreichendem Abstand zum Gewässer zulässig. Innerorts sind mindestens fünf Meter zu berücksichtigen; außerorts mindestens zehn Meter.
  • Wasser darf nur mit Handschöpfgeräten wie einer Gießkanne oder einem Eimer entnommen werden. Die Entnahme mit Pumpen bedarf einer wasserrechtlichen Erlaubnis des Landratsamtes, da dies vor allem im Sommer einen massiven Eingriff ins Ökosystem Gewässer bedeutet.
  • In einem Abstand von fünf Metern zum Gewässer dürfen keine Pflanzenschutzmittel und Dünger angewendet oder gelagert werden, da diese Stoffe den Lebensraum Gewässer schädigen.
  • Ein naturnahes Ufer auf dem heimische und standortgerechte Pflanzen wachsen schützt das Grundstück und ist ökologisch wertvoll. Daher ist eine Befestigung der Ufer mit Mauern oder sonstigen Materialien nicht zulässig.

Alle Tipps und Informationen für Gewässeranlieger sind auch auf www.kirchheim-teck.de/gewässer abrufbar.

Mittagspause am Bürgersee in Kirchheim unter Teck
Pressemitteilung Nr. 124/20 vom 25.06.2020