Stadtnachricht

Gesichtsvisiere ersetzen nicht die Mund-Nasen-Bedeckung im Sinne der Corona-Verordnung


Gesichtsvisiere stellen keinen gleichwertigen Ersatz für einen Mund-Nasen-Schutz dar, weil der Fremdschutz anderer Personen nicht vollständig gewährleistet wird. Wie die Landesregierung in ihren FAQ zur Coronaverordnung mitteilt, handelt es sich bei den zulässigen Alltagsmasken oder vergleichbaren Mund-Nasen-Bedeckungen um „selbstgemachte Masken aller Art, die Mund und Nase vollständig und sicher abdecken“.

Ein Gesichtsvisier oder „Faceshield“ (beschrieben als „Schutzschild aus dünnem und hochtransparentem Polyester mit Bügel“) entspricht also nicht einem Mund-Nasenschutz im Sinne von § 3 Absatz 1 der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Voraussetzung ist eine vollständige und sichere Abdeckung von Mund und Nase.

Auch das Robert Koch-Institut weist in seinen FAQ zu Infektionsmaßnahmen auf die nicht ausreichende Schutzwirkung von Gesichtsvisieren hin: „Durch das Tragen einer MNB können gemäß Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten i.d.R. maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen. Die Verwendung von Visieren kann daher nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.“

Schutzschilde sind lediglich eine Art „Spuckschutz“ oder Schutzbrille – sie eignen sich als zusätzliche Komponente der persönlichen Schutzausrüstung für Tätigkeiten, bei denen es spritzt. Beim alleinigen Einsatz eines Schutzschildes fehlt eine Filterwirkung der Ausatemluft, wie sie bei textilem Gewebe gegeben ist.

Das Tragen eines Gesichtsvisieres ist nur in Kombination mit einer Mund-Nasen-Bedeckung oder einer Spuckschutzwand (z.B. Plexiglasscheibe) in einer Theken- oder Kassensituation für Beschäftigte in Ladengeschäften zulässig, ansonsten stellt das alleinige Tragen eines Gesichtsvisieres im Bereich des Einzelhandels und dem Öffentlichen Personennahverkehr eine Ordnungswidrigkeit dar.

Pressemitteilung Nr. 109/20 vom 22.05.2020