Stadtnachricht

Ausstellung "Christoph Frick anhand von materiellen und flüchtigen Bildern" ab 24.05.2020 im Internet und für Zuhause


Christoph Frick arbeitet seit vielen Jahren und mit großer Konsequenz künstlerisch am Thema der medialen Bildproduktion, deren Wahrnehmung, Konservierung und Archivierung.

Ausgangspunkt hierfür sind immer wieder Konvolute von Fotoabzügen und Fotonegativen, die aus dem eigenen familiären Umfeld, von Flohmärkten oder Internetauktionen stammen. Der Stuttgarter Künstler, geboren 1959, erarbeitet daraus große, oft über lange Zeiträume fortgeführte Projekte, die sich jenseits einer Kunstmarkt-üblichen Produktion zu sehr unterschiedlichen Präsentationen verdichten. Von 1981-1987 an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Jürgen Brodwolf studierend, bekam er 1991 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, zwei Jahre später das Stipendium Cité Internationale des Arts in Paris und zeigt seit 1985 seine Arbeiten durchgängig in Gruppen- und Einzelausstellungen.

Die Einladung an Christoph Frick, ein Projekt für die Städtische Galerie im Kornhaus zu entwickeln, entstand vor allem durch die oben bereits erwähnte Gegebenheit: Es handelte sich um die letzte Ausstellungsmöglichkeit vor der Schließung des Kornhauses aufgrund des mehrjährigen, umfassenden Umbaus. Genau diese Umbruchssituation eines Gebäudes, das ursprünglich als Speicher verwendet, dann viel später zu einem Museum mit Städtischer Galerie ausgebaut wurde, sollte reizvoll für einen ortsbezogenen Eingriff durch Christoph Frick sein. Während das Erdgeschoss bislang noch genutzt werden konnte, waren die Räumlichkeiten des Städtischen Museums in den oberen Stockwerken bereits seit geraumer Zeit nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, das Ausstellungsmobiliar stand ungenutzt in den Räumen und im Lager.

Noch während der Planungen zu seiner Ausstellung sollte aufgrund COVID-19 alles anders werden - jedoch hat Christoph Frick ausgehend von zwei Hauptteilen der geplanten Ausstellung ein verändertes Projekt entwickelt, das sich nun in Form einer Postsendung und einer komprimierten Darstellung im Internet der Öffentlichkeit vorstellt: die Präsentation seines vollständigen Archivs an Negativen unterschiedlichster Art und Alters in einer großen Anzahl von Vitrinen, die aus dem Städtischen Museum im Kornhaus entliehen worden wären, zuzüglich einer Serie von geplant siebzig ausgewählten Schwarzweißfotos, die an die große Ausstellungswand der Städtischen Galerie im Kornhaus gehängt worden wären.

Die nun ersatzweise konzipierte Postsendung vereint plakatgroß einen Einblick in das Negativarchiv, einen Ausschnitt einer Serie von Schwarzweißabzügen deren Negative manuell vom Künstler vor der Entwicklung bearbeitet wurden sowie eine kurze, textliche Reflexion von Christoph Frick über die Intention seiner Arbeit und die abgesagte Ausstellung. Hinzu kommt ein postkartengroßer Druck eines einzelnen Negativs und der Nachdruck eines Textes des Künstlers und Autors Harry Walter, der zur geplanten Eröffnung der Ausstellung in einer Lesung eigene Texte als eine Art inhaltliche Fortführung oder Ergänzung der Fragestellungen Christoph Fricks vorgestellt hätte.

Über die Homepage der Städtischen Galerie im Kornhaus gelangt man zu weiteren Abbildungen und Informationen, auch zur ursprünglichen Ausstellungskonzeption. (www.staedtische-galerie-kirchheim-teck.de).

Die Drucksachen von Christoph Frick können auch diejenigen Interessierten sich zuschicken lassen kann, die bisher nicht im Verteiler der Städtischen Galerie im Kornhaus sind: Hierzu kontaktiert man bitte den vhs-Kulturring per E-Mail an antje.erb@vhskirchheim.de

Dieses Projekt der Städtischen Galerie im Kornhaus zeigt, wenn auch umständehalber früher als geplant, dass die Präsentation künstlerischer Positionen durch die umbaubedingte Schließung des Kornhauses nicht unterbrochen wird, sondern durch den Kunstbeirat auch in den nächsten Jahren in der Tradition seiner 40jährigen Tätigkeit fortgeführt wird.

Künstlerinnen und Künstler werden auf unterschiedlichste Art den öffentlichen Raum, Ladenlokale in der Innenstadt und die durch eine künstlerische Arbeit im vergangenen Jahr speziell geschaffene Ausgleichsfläche im Bürgerpark bespielen – so lange, bis die Ausstellungstätigkeit in einem neu gestalteten Erdgeschoss des Kornhauses fortgeführt werden kann.

Glasnegativ aus dem Archiv des Künstlers Christoph Frick: Eine Frau auf einer Treppe.

Bild: Glasnegativ aus dem Archiv des Künstlers Christoph Frick