Stadtnachricht

Krebspest im Trinkbach ausgebrochen


Es sind bereits zahlreiche heimische Edelkrebse an der Seuche im Trinkbach gestorben. Ausgehend vom Trinkbach stellt die Krebspest eine Gefahr für das gesamte Einzugsgebiet der Lindach dar. Damit ist einer der größten Bestände an heimischen Edel- und Steinkrebsen im Landkreis Esslingen bedroht.

Die winzigen Sporen der Krebspest befinden sich aktuell im Wasser des Trinkbaches und in den bachabwärts folgenden Abschnitten der Lindach und der Lauter. Die Sporen können durch Kontakt mit Kleidung oder Tieren rasch in andere Gewässer übertragen werden. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche in den Fließgewässern zu vermeiden und die weiteren Bestände der heimischen Edel- und Steinkrebse im Einzugsgebiet der Lindach vor einer Infektion zu schützen, führt das Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und der Stadt Kirchheim unter Teck unterschiedliche Schutzmaßnahmen durch. So werden vor allem im Trinkbach vorübergehende Sperren im Gewässer eingebaut, um zu verhindern, dass infizierte Krebse weiter bachaufwärts gelangen können.

Die Bevölkerung kann sich aktiv am Schutz der heimischen Krebsbestände beteiligen, indem sie bis auf Weiteres den Trinkbach sowie die Lindach, die Gießnau, den Jauchertbach und den Seebach nicht betritt, um eine Verschleppung zu vermeiden. Aus diesem Grund sollen auch Hunde von den Bächen ferngehalten werden, damit die Krebspestsporen nicht durch das nasse Fell der Hunde übertragen werden können. Die Stadt Kirchheim unter Teck hat bereits eine Beschilderung an Zugängen zu den Gewässern veranlasst, um die Bevölkerung zu informieren.

Hintergrundinformationen:

Heimische Flusskrebse sind vom Aussterben bedroht und europarechtlich sowie national geschützt. Die Bestände in Europa sind in den vergangenen Jahrzehnten massiv eingebrochen. Die größte Bedrohung für heimische Flusskrebse geht von invasiven gebietsfremden Flusskrebsarten aus Nordamerika, wie Signalkrebs oder Kamberkrebs, aus, welche der Mensch in die Gewässer eingebracht hat. Diese invasiven Arten breiten sich massiv aus und verdrängen auf Grund ihrer Größe, Aggressivität und ihrer höheren Fortpflanzungsrate die heimischen Arten. Zudem übertragen sie die Krebspest, gegen die sie selbst immun sind. Das Regierungspräsidium Stuttgart lässt seit dem Jahr 2014 intensiv die Flusskrebsbestände im Regierungsbezirk erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen entwickeln sowie umsetzen. Zurzeit werden zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen unter anderem die Bestände im Einzugsgebiet der Lindach stichprobenhaft erfasst. Dabei konnten noch bedeutende Bestände von Edel- und Steinkrebsen festgestellt werden.


Ein Steinkrebs im Wasser

PRESSEMITTEILUNG Nr. 211/19 vom 18.09.2019