Stadtnachricht

Zehnfacher Steinkauz-Nachwuchs für Lindorf


Zwei Brutpaare der Eulenart hatten ihre Nester in speziellen Bruthöhlen eingerichtet, die eigens für die Steinkäuze in den Streuobstwiesen des Kirchheimer Ortsteils aufgestellt wurden. Die Jungtiere wurden nun von einem Experten des NABU vor interessiertem Publikum beringt.
 
Bereits letzten Sommer hatte ein Steinkauz-Paar mit drei Jungvögeln in den Streuobstwiesen gebrütet und drei Jungtiere auf die Welt gebracht. Dass in diesem Jahr sogar zehn Steinkäuze geschlüpft sind, ist für Lindorfs Ortsvorsteher Stefan Würtele eine freudige Überraschung: „So viele Jungtiere pro Brutpaar sind extrem selten. Dies weist auf ein gutes Futterangebot in der Umgebung hin.“ Da sich die Tiere hauptsächlich von Mäusen ernähren, freuen sich auch die Wiesenbesitzer der Region: Weniger Mäuse bedeutet weniger Schaden am Wurzelwerk der Streuobstbäume.

Ein junger Steinkauz in der Hand von NABU-Experte Dieter Schneider.
 
Unter den Augen von rund 25 Neugierigen, darunter zehn Kinder, übernahmDieter Schneider vom NABU Köngen-Wendlingen die wichtige Aufgabe, die Jungen zu beringen. Durch das Beringen am Bein können die Steinkäuze später als erwachsene Vögel, wenn sie ihr Nest verlassen haben, anhand einer Nummer auf dem Ring eindeutig identifiziert werden. So kann das Verhalten der Tiere über einen großen Zeitraum verfolgt werden. Zusätzlich wurden die Jungen gewogen, ihre Flügelspannweite gemessen und ihr Ernährungszustand überprüft.
 
In der gemeinsam von der Stadtverwaltung, dem Lindorfer Ortsvorsteher und dem NABU organisierten Aktion stand auch die Wissensvermittlung im Fokus. Dieter Schneider verband das Beringen deshalb mit einem informativen Vortrag über Verhalten und Leben der Steinkäuze. Dabei hob er die Bedeutung der Lindorfer Streuobstwiesen als Lebensraum der Eulenart heraus. „Vor allem die Kinder waren von der Aktion begeistert – einige sehr mutige von ihnen nahmen die jungen Steinkäuze sogar in die Hand und durften den Tieren über das Gefieder streichen“, berichtet Stefan Würtele.
 
Der Ortsvorsteher zeigte sich rundum zufrieden und freute sich über ein Lob des NABU-Vertreters für seinen Einsatz zum Erhalt der Streuobstwiesen: „Der Steinkauz-Nachwuchs ist ein gutes Beispiel dafür, dass Streuobstwiesen so wichtig für unser Ökosystem sind. Umso schöner ist es, dass gleich mehrere Lindorfer Wiesenbesitzer den Einsatz von Bruthöhlen auf ihren Flächen ermöglichen. Mit Hubert Braig und Michael Seitz haben wir zudem zwei kompetente Fachleute, die sich um die Betreuung der Bruthöhlen kümmern.“


PRESSEMITTEILUNG Nr. 167/18 vom 19.07.2019