Stadtnachricht

Deutsch lernen bei Kaffee und Kuchen


Jeden Dienstag von 16:00 bis 18:00 Uhr versorgen Jesingerinnen und Jesinger – unterstützt von der Kirchheimer Stadtverwaltung – Geflüchtete im evangelischen Gemeindezentrum des Kirchheimer Ortsteils mit Kaffee und Kuchen. Die kleine Gruppe Ehrenamtliche kümmert sich aber nicht nur um die Bewirtung: Sie hilft den Geflüchteten dabei, die deutsche Sprache zu lernen. Dabei unterstützen die Ehrenamtlichen bei Hausaufgaben von Sprachkursen, geben Tipps für die Beantwortung von behördlichen Schreiben oder sind einfach nur Gesprächspartner. „Das Sprachcafé bietet eine tolle Chance, miteinander in Kontakt zu kommen“, sagt Leslie Koser, die regelmäßig als Helferin im Café tätig ist. Die Zugezogenen lernen dabei nicht nur die „alteingesessenen“ Nachbarn kennen, sondern kommen auch untereinander ins Gespräch. „Oft bringen die Erwachsenen ihre Kinder mit. Manchmal spielen die Kinder dann Gesellschaftsspiele mit den Ehrenamtlichen, während ihre Eltern sich mit anderen Erwachsenen unterhalten oder in Ruhe ihre Sprachkurs-Hausaufgaben machen“, erzählt Koser. Eine Win-win-Situation: Die Eltern haben etwas Zeit für sich und die Kinder können auf spielerische Art deutsch lernen. „Manchmal kommen auch Lehrer, die ehrenamtlich mit den Kindern die Sprache üben“, ergänzt Koser.

Die Initiatoren des Sprachcafés sind mit der bisherigen Resonanz zufrieden: „Vor allem Familien nutzen das Angebot“, fasst Leslie Koser zusammen. Bis zu 50 Personen – Engagierte mitgerechnet – sind manchmal mit dabei.

Der Saal im Jesinger Gemeindezentrum. An zwei Tischen sitzen merhere Ehrenamtliche und Geflüchtete.

Stadtverwaltung berät Geflüchtete

Auch die Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck ist regelmäßig im Sprachcafé vertreten. Arnhild Herrmann, städtische Integrationsmanagerin, nutzt das Angebot als eine Art erweiterte Sprechstunde, wenn die Geflüchteten aus zeitlichen Gründen nicht in die üblichen Bürostunden kommen können. Das Spektrum der Beratung reicht von behördlichen Anliegen über Fragen zu Kindergarten, Schule, Gesundheitsthemen, Arbeitsmarkt bis zu Fragen des Miteinanders in der Anschlussunterbringung. Mittlerweile ist ein Projekt der gezielten Kinderbeschäftigung durch eine pädagogische Fachkraft entstanden, die Idee eines gemeinsamen Nutzgartens ist in der Umsetzung und verschiedene weitere Veranstaltungen werden gemeinschaftlich realisiert.
Gerne wird das Angebot zur Vernetzung genutzt, da den neuen Mitbürgern noch Kontakte und Adressen in einigen Bereichen fehlen, die ihnen die Chance auf aktive und eigenständige Integration besser ermöglichen.

Eine Mutter und ihr Kind sitzen mit einer Ehrenamtlichen am Tisch und spielen ein Gesellschaftsspiel.