Stadtnachricht

Werkstattbericht zur Wohnraumversorgung im Kirchheimer Gemeinderat vorgestellt


Laut aktueller Prognose des Landkreises hat die Stadt Kirchheim unter Teck im Fünf-Jahres-Zeitraum bis 2020 insgesamt 672 Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung unterzubringen. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker unterstrich in der Sitzung, dass bei allen genannten Zahlen der Familiennachzug noch gar nicht mit eingerechnet sei. Bislang konnten 583 Personen mit Wohnraum versorgt werden, darunter 204 Personen in städtischem Wohnraum. Aber auch die Wohnraum-Akquise läuft erfolgreich, sodass insgesamt 194 Personen in von der Stadt angemietetem Wohnraum untergekommen sind. Hierfür gingen bei der Verwaltung seit März 2016 insgesamt 112 Angebote privater Eigentümer ein. Hieraus resultierten 49 Anmietungen. In weiteren 9 Fällen befindet sich die Stadtverwaltung aktuell noch in Verhandlungen. In den übrigen Fällen kam kein Mietvertrag zu Stande. Gründe sind vorrangig ungeeignete Zuschnitte, zu hohe Mietforderungen, aber auch der schlechte Zustand mancher Immobilien.
 
Hinzu kommt die steigende Zahl von Obdachlosigkeit bedrohter Personen. In den Jahren 2017 und 2018 musste die Stadtverwaltung 132 Personen mit Wohnraum versorgen. Rund 90 weitere stehen zur Unterbringung an. Gründe für das Entstehen von Obdachlosigkeit sind unter anderem eine steigende Anzahl an Eigenbedarfskündigungen, aber auch steigende Mieten sowie Mietrückstande und Sanierungen. Rund 70 weitere Personen haben sich aufgrund ihrer prekären Wohnsituation bereits an die Stadtverwaltung gewandt.
 
Angesichts dieser Zahlen ist weiterhin keine Entspannung in Sicht. Allein durch Miete und Kauf von Bestandsgebäuden lässt sich der Bedarf an Wohnraum nicht decken, weshalb die Stadt weiterhin auch auf Neubauten setzt.
 
Die beiden Gebäude auf dem Jesinger Festplatz sind seit August 2018 bewohnt. Die Häuser auf dem Bolzplatz in der Kitteneshalde sind ebenfalls fertig und werden in den nächsten Wochen bezogen. Auch der Standort Klosterwiese soll noch diesen Monat fertiggestellt werden. Damit können die neuen Bewohner voraussichtlich im Mai 2019 einziehen. Auf dem Lindorfer Dreschplatz wird weiterhin gebaut. Mit Fertigstellung und Bezug wird im Oktober 2019 gerechnet. Im Bereich Schafhof IV und im Ginsterweg befinden sich aktuell Bebauungspläne im Verfahren. Der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Tobel-Zoller-Halde (Ginsterweg) soll im Oktober 2019 gefasst werden, sodass im Herbst mit dem Bau des zweigeschossigen Gebäudes begonnen werden kann. Der Satzungsbeschluss für den Schafhof IV soll ebenfalls noch in diesem Jahr erfolgen. Über den Standort Alte Kirchheimer Straße 5 in Nabern wird in der nächsten Sitzungsrunde Beschluss gefasst. Damit können im aktuellen Jahr insgesamt drei Neubauten bezogen werden, was von Seiten des Gemeinderates in der Sitzung gelobt wurde. Gleichzeitig wurde betont, dass sich Verwaltung und Gemeinderat aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs bereits frühzeitig Gedanken zu weiteren Standorten machen müssten.

PRESSEMITTEILUNG Nr. 083/19 vom 16.04.2019