Stadtnachricht

Wie unterstützt die Stadt die örtliche Wirtschaft?


Die Leistungsziele und Maßnahmen zum Handlungsfeld "Wirtschaftsförderung" wurden am 7. März 2018 vom Gemeinderat beschlossen. Mit Berichten wird der Gemeinderat in regelmäßigen Abständen über die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen unterrichtet. In der Sitzung des Gemeinderates vom 27. Februar 2019 stand der Steuerungsbericht auf der Agenda.

Im Vordergrund ist ein iPad zu sehen. Auf diesem Tablet ist eine Luftaufnahme vom Kirchheimer Rathaus geöffnet. Eine Person hält das Tablet in der Hand. Im Hintergrund ist unscharf eine Stadtaufnahme zu sehen.
Digitalisierung und neue Arbeitsformen sind zentrale Themen der Kirchheimer Wirtschaftsförderung


Digitalisierung und neue Arbeitsformen sind in aller Munde. Auch Kirchheim unter Teck fördert innovative Ansätze. Dazu gehören, neben regelmäßigen Unternehmerdialogen zur Vernetzung, sogenannte Coworking-Spaces - Bürostandorte mit flexiblen Arbeitsplätzen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Wege vom Wohnort zum nächstgelegenen Büro sind kurz. Das spart gegenüber Pendelfahrten nach Stuttgart und Co. wertvolle Zeit. In Jesingen wurde mit KomeeT bereits auf privater Initiative ein Coworking-Space etabliert. Im Steingauquartier sind weitere Projekte geplant. Auch die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart arbeitet in Kooperation mit der Stadtverwaltung an einem Pilotstandort in Kirchheim unter Teck: anhand einer Online-Befragung soll noch im Frühjahr 2019 eruiert werden, wie groß die Nachfrage ist und ob das Projekt „Next Offices“ ebenfalls den Weg von der Ideenphase in die konkrete Umsetzung gehen kann.
 
Als innovativ kann auch die Etablierung einer ganzheitlichen Onlineplattform bezeichnet werden. Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt aus Nürtingen haben über Semester hinweg gemeinsam mit Kirchheimer Akteuren wie BDS, City Ring, GO-Verlag und Stadtverwaltung ein Konzept erstellt. Ziel der Onlineplattform ist es gerade nicht, dem wachsenden Online-Handel Konkurrenz zu machen. Vielmehr möchte die Onlineplattform die digitale Sichtbarkeit der örtlichen Unternehmen und Institutionen erhöhen und Kirchheim damit ein digitales Gesicht verleihen. Weiter sollen die Besucherinnen und Besucher dazu animiert werden, die Stadt aufzusuchen. Damit soll die Onlineplattform zur Attraktivierung der Innenstadt beitragen. Noch vor der Sommerpause sollen die Planungen im Gemeinderat vorgestellt und beraten werden.
 
Mit der Digitalisierung ist untrennbar die Frage nach schnellem Internet verbunden. Der Breitbandausbau in der Stadt wird in den kommenden Jahren einen besonderen Schwerpunkt bilden. Laut Breitbandatlas des Bundes steht Kirchheim unter Teck, was die Internetversorgung betrifft, zwar relativ gut dar, jedoch beklagen zahlreiche Unternehmen eine unzureichende Anbindung. Auch für die kommunalen Einrichtungen sind die gegebenen Down- und Upload-Geschwindigkeiten nicht mehr ausreichend. Eine flächendeckende Breitbandversorgung ist für einen attraktiven Standort jedoch unabdingbar. Dies erfordert Investitionen der Telekommunikationsunternehmen. Privatwirtschaftliche Betreiber führen in der Region Stuttgart bereits in weiten Teilen eigenwirtschaftliche Ausbauten ihrer Netze durch - so auch in Kirchheim unter Teck. Die Stadtverwaltung hat einen aktuellen Lageplan zu vorhandenen Kommunikationsleitungen und Leerrohren erstellt. Dieser kann den Telekommunikationsunternehmen bei Anfragen zur Mitnutzung zur Verfügung gestellt werden. Aktuell wird ein örtliches Konzept zur Breitbandversorgung erstellt, welches Grundlage für zukünftige Fördervorhaben ist. Bestehende und laufende Maßnahmen zum Auf- und Ausbau einer Glasfaserversorgung werden seitens der Verwaltung aktiv unterstützt und vorangetrieben.
 
Auf Regionsebene soll im Rahmen einer Kooperation die Zusammenarbeit mit der Telekom intensiviert werden. Ziel ist es, in der Region bis 2025 allen Unternehmensstandorten die Möglichkeit eines Glasfaseranschlusses zu bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im  Februar 2019 der Zweckverband Breitbandausbau im Landkreis Esslingen gegründet. Die konstituierende Sitzung fand am 26.02.2019 statt.
 

Luftbild des Gewerbegebietes Bohnau

Nicht ohne weitere Gewerbeflächen: Auf dem Bild ist die Bohnau zu sehen. Mittelfristig soll das Gebiet Bohnau Süd erschlossen werden.


Jedoch wird es auch künftig nicht ohne weitere Flächen gehen. Bis 2025 sollen 20 Hektar Gewerbeflächen beplant und erschlossen werden. Voraussichtlich noch dieses Jahr werden alle Flächen am Hegelesberg verkauft sein. Zum einen betreibt die Stadtverwaltung ein aktives Flächenmanagement im Bestand. Zum anderen sollen in einem nächsten Schritt 4 Hektar Gewerbebauland „In der Au“ neu erschlossen werden. Da es sich um eine komplexe Planung handelt, ist die Erschließung bis Ende 2022 geplant. Mittelfristig soll das Gebiet Bohnau Süd mit einem Flächenpotential von 16 Hektar entwickelt werden. Über den aktuellen Planungsstand soll der Gemeinderat noch in 2019 beraten. 
 
Für einige der bereits laufenden Maßnahmen gibt es zudem angepasste Terminierungen. Alle Neuerungen im Handlungsfeld „Wirtschaftsförderung“ finden Sie auf der folgenden Seite unserer Website:
 
Handlungsfeld Wirtschaftsförderung


Stellungnahmen der Fraktionen und Gruppierungen des Kirchheimer Gemeinderats zum Steuerungsbericht


Logo der Fraktion "CDU"
"Kirchheim muss gemeinsam mit der Region in der Wirtschaftsförderung langfristig denken. Der unaufhaltsame Wandel in der Antriebstechnik künftiger Fahrzeuge soll nicht irgendwo auf der Welt, sondern in der Region passieren. Wohlstand und Arbeitsplätze müssen hierbleiben. Deshalb ist ein interkommunales Gewerbegebiet unverzichtbar, auf dem die Automobilindustrie den Technologiewechsel vollziehen kann. Aber auch Mittelständler und Handwerksbetriebe wollen Perspektiven. Erfolgreiche Unternehmen möchten Erweiterungsmöglichkeiten in modernen Gewerbegebieten vorfinden. Wir wollen den Berufsschulstandort stärken. Auch eine Hochschule, eine entsprechende Kooperation oder ein Studienzentrum einer Fern-Uni kann helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen."

Logo der Fraktion "Freie Wähler Kirchheim"
"Erfolgreiche Unternehmen in Kirchheim tragen in vielfältiger Weise zu unserem Leben bei. Sie bieten Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und unterstützen überdurchschnittlich oft lokale Vereine und Organisationen. Zudem wird weniger Verkehr erzeugt, wenn Kirchheimer Bürger auch in Kirchheim arbeiten können. Die Freien Wähler schätzen die Arbeit der Wirtschaftsförderung. Die Ergebnisse des Steuerungsberichtes zeigen auch, dass die Stadt Kirchheim ihre Aufgabe ernst nimmt und für gute Rahmenbedingungen für unsere Kirchheimer Unternehmen sorgt. Dennoch muss speziell für die kommende Zeit der Fokus verstärkt auf die Bereiche Breitbandausbau, Ausweisung neuer Gewerbegebiete und Innenstadtentwicklung gelegt werden."


Logo der Fraktion "Bündnis 90/Die Grüne"

"Die institutionalisierte Wirtschaftsförderung funktioniert inzwischen gut. Die Kirchheimer Unternehmen haben ein offenes Ohr bei der Stadtverwaltung. Was aber zügig angegangen werden muss, ist ein professionelles Leerstands- und Flächenmanagement. Weitere Gewerbegebiete auf der grünen Wiese können nicht die einzige Lösung sein, um dem Bedarf der Kirchheimer Unternehmen gerecht zu werden. Und was uns ganz wichtig ist: Im Hinblick auf Industrie 4.0 dürfen Kirchheimer Firmen nicht länger offline bleiben! Deshalb muss der symmetrische Breitbandausbau schneller vorankommen. Sorge bereitet uns noch die Nahversorgung in den Teilorten. Hier erwarten wir, gerade auch im Hinblick auf den demografischen Wandel, mehr Impulse durch die Wirtschaftsförderung."

Logo der Fraktion "Frauenliste"
"Alle die in unserer Stadt arbeiten, sollen dafür optimale Bedingungen vorfinden, das umfasst sowohl traditionelle Produktionsweisen wie moderne Arbeitsformen. Unsere Unternehmen müssen sich in unserer Stadt weiterentwickeln können – wir brauchen allerdings kreative Lösungen, um die begrenzten Flächen optimal zu nutzen. Unsere Innenstadt lebendig zu halten, liegt uns besonders am Herzen. Ein vielseitiger und individueller Einzelhandel belebt unsere Stadt, genauso wie eine abwechslungsreiche Gastronomie und unsere Märkte. Wir sollten auch alle anderen Dienstleiter nicht vergessen – guten Service gibt es nicht im Internet, genauso wenig wie den Termin bei der Ärztin oder beim Physiotherapeuten. Auch Stadtbücherei, VHS, Musikschule, und kulturelle Einrichtungen bringen Menschen in die Stadt. Was eine Stadt aber wirklich attraktiv macht, ist alles, was zu einer guten Aufenthaltsqualität beiträgt: Plätze zum Verweilen, Bäume, Blumen, Bänke, Grünflächen, Wasser, Fußwege…da ist noch reichlich Luft nach oben!"



Logo der Fraktion "Freie Demokraten"


"Wir begrüßen ausdrücklich die Pläne der Stadt Kirchheim unter Teck, die Wirtschaftsförderung voranzutreiben. Viele im Bericht genannten Projekte, hätten längst umgesetzt werden sollen. Kirchheim hinkt sowohl der wirtschaftlichen, als auch der gesellschaftlichen Entwicklung im Land hinterher. Seit Jahren forderte die FDP/KiBü Verlegung der Lehrrohre bei allen Neubauprojekten und gute Breitbandversorgung, um den Wirtschaftsstandort zu sichern. Dies wurde seitens der Stadtverwaltung lange vernachlässigt und nicht ernst genommen. Neue Arbeitsformen, mehr Vereinbarkeit beim Beruf und der Familie, verlangen innovative Ansätze und kurze Wege. Um dies zu berücksichtigen, bietet sich z.B. eine Ansiedlung neuer Bürostandorte im Güterbahnhof-Areal an. Die Stadtverwaltung hat sich im oben genannten Bericht bei den geplanten Projekten viele Fristen gesetzt. Jetzt gilt es diese schnellstens zu erfüllen!"


Logo Christliche Initiative Kirchheim

"Die Wirtschaftsförderung hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Von Firmen und Händlern kommen positive Signale. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Wirtschaftsförderin der Stadt Kirchheim. Natürlich ist es noch ein weiter Weg, bis die offenen Baustellen wie Breitbandausbau, Parkplätze in Gewerbegebieten, Fachkräftemangel, Leerstand und so weiter geschlossen werden können. Wir freuen uns, dass die Themen ernst genommen werden."