Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle

Mit der Fertigstellung der Eduard-Mörike-Halle im Jahr 1960 entstand der Grundstein für den bis heute wichtigen Schulstandort in Kirchheim unter Teck. Gelegen zwischen Lindorf und Ötlingen verbindet der Eduard-Mörike-Campus noch heute die beiden Ortsteile.

Bauchronik der Mehrzweckhalle mit Mensa

Planung 2017 bis 2018

  • Durchführung eines 2-stufigen offenen Planungswettbewerbsund Gesamtplanung des Bauprojektes.

Baubeginn durch Abriss der alten Halle

  • Im September 2019 startete mit dem Abriss der alten Halle das Bauprojekt.

Neubau von Anfang 2020 bis Mitte 2021

  • Am alten Standort beginnen zu Jahresbeginn 2020 die Bauarbeiten der neuen Mehrzweckhalle mit Mensa.

Außenanlage

  • Die umfangreichen Veränderungen an der Außenanlage der Mehrzweckhalle wurden von September 2020 bis Juli 2021 ausgeführt.

Namenswettbewerb während der Bauphase

Da, insbesondere für Auswärtige, Verwechslungsgefahr zur Eduard-Mörike-Sporthalle besteht, wurde eine Namensalternative für die Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle mit Mensa gesucht. Der Technik- und Umweltausschuss beschloss einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion einstimmig.

Eine große Mehrheit der Ötlingerinnen und Ötlinger sprach sich für die Beibehaltung des seitherigen Namens aus. Dem schloss sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit an. Der Neubau wird ebenfalls Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle heißen.

Die Außenanlagen

Das Gebäude ist von der Lindorfer Straße aus über einen großzügig gestaltenen Vorplatz zu erreichen. Zum Haupteingang führt eine breite Freitreppe mit Zwischenpodest sowie ein barrierefreier Seitenaufgang. In der gepflasterten Vorplatzfläche liegen organisch geformte Grünflächen, die mit Stauden, Heckensträuchern und Bäumen bepflanzt werden. Auf einer neu angelegten Rasenfläche wird das Kunstwerk des Schweizer Künstlers André Bucher „Gegenüberstellung und Gegensätze“ wieder aufgestellt. Durch die neu gestalteten Grünflächen mit Sitzgelegenheiten und den neuen Wegebeziehungen bietet der Vorplatz eine hohe Aufenthaltsqualität. Beleuchtungsanlagen, Treppengeländer und Blindenleitsystem sind ebenfalls in den Vorplatzbereich integriert.

Aktionsflächen und Friedensbäume

Zwischen den Unterrichtsstunden braucht es Platz zum Spielen, Toben, aber auch zum Entspannen. Im Pausenhof der Eduard-Mörike-Schule wird eine
„Aktionsfläche“ mit farbigem Asphalt sowie zwei organisch geformten Grünflächen hergestellt, in denen die beiden Friedensbäume wieder gepflanzt werden. Dies sind Bäume, welche Ötlinger Jugendliche jährlich zum
Volkstrauertag pflanzen. Der Pausenhof wird durch eine kleine Grünfläche mit Heckenzeile vom Parkplatzbereich abgetrennt.

Grünes Klassenzimmer

Südlich der Mensa befindet sich ein abgesenkter, durch Bäume eingefasster Bereich mit Farbasphalt als Ruhezone und Platz für ein „grünes Klassenzimmer“ und für die Erweiterung der Mensa ins Freie. Für den Campusbereich werden Fahrradabstellplätze und eine Mülleinhausung östlich an den Ruhebereich angegliedert. Für den Schulbetrieb und für Veranstaltungen stehen somit künftig 25 neue Fahrradabstellplätze zur Verfügung.

Neugestaltung Bushaltestelle

Wer mit dem ÖPNV anreist, hält künftig auf der Straße: Die vorhandene Bushaltestelle wird durch ein Buskap ersetzt. Für externe Busse, welche durch Schule und Vereine benötigt werden, besteht die Möglichkeit kurzfristig vor der Mülleinhausung zu halten.

Tiefbauarbeiten

Im Zuge des Neubaus der Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle wird der Kreuzungsbereich der Lindorfer Straße zur Straße „Zum Rübholz“ neu gestaltet. Zur Sicherheit der Schülerinnen und Schüler wird die Geschwindigkeit direkt am Ortseingang durch eine Verkehrsinsel mit Zebrastreifen reduziert. Durch die Neugestaltung wird der Ötlinger Ortseingang insgesamt deutlich aufgewertet.

Nachhaltigkeit

Die neue Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle ist nach den Anfrderungen
für das nachhaltige Bauen Baden-Württemberg erstellt. Übliche Baustoffe sind durch umweltfreundliche bzw. wiederverwertbare Baustoffe ersetzt. So ist beispielsweise Schaumglasschotter als Dämmschicht unter der Bodenplatte eingebaut. Recyclingbeton fand Einsatz bei den Sichtbetonwänden und Betondecken.

Die neue Halle ist in Holz-Hybrid-Bauweise erstellt, die Außenwände sind in Holz-Ständerbauweise und aussteifende Wände sowie Decken in Stahlbeton-Bauweise ausgeführt. Auf dem Flachdach ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit umweltfreundlichem Kältemittel (Propan) installiert. Das neue Gebäude wird mit Fernwärme von der Eduard-Mörike-Schule beheizt.

Eine Photovoltaik-Anlage mit 210 Modulen und einer Leistung von insgesamt 69,3 Kilowatt peak ist auf dem Dach der Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle installiert und wird durch die Stadtwerke Kirchheim
unter Teck betrieben.

Die Entwässerung des anfallenden Regenwassers auf versickerungsunfähigem Belag und dem Flachdach der Halle erfolgt über eine Wasserretention (Zisterne mit gedrosseltem Ablauf) in den Dupiggraben.

Kunstwerke

Relief am Eingang der Mehrzweckhalle

Das Relief wurde von Lore Doerr-Niessner (1920-1983) gestaltet und im Dezember 1962 eingeweiht. Es besteht aus Edelmetall und stellt die stilisierte Form einer filigran ineinander verflochtenen Amsel und eines Hahnes dar. Beide Vögel bilden Allegorien des jeweiligen Ortes, die Amsel steht dabei für Lindorf und der Hahn für den Ötlinger Rotgockel. Weitere Informationen zu den Sagen aus Lindorf und Ötlingen finden Sie im Flyer "Die Sagen über Lindorf und Ötlingen".

Gegenüberstellung und Gegensätze

Der international angesehene Schweizer Bildhauer und Künstler André Bucher (1924 -2009) schuf mit den Objekten „Gegensätze“ und „Gegenüberstellungen“ zwei spannungsreiche Werke. Er arbeitete dafür mit elementaren geometrischen Formen aus Metall, die sich je nach dem Standpunkt des Betrachters gegenseitig zerschneiden und durchbrechen. Die Werke entstanden 1985.

Nutzung

Die Mehrzweckhalle wird Platz für Veranstaltungen mit 483 Personen bei Reihenbestuhlung und 344 Personen bei Tischbestuhlung bieten. Unter der Woche wird ein Teil der Halle als Mensa für die Eduard-Mörike-Schule genutzt, der andere Teil für Vereinsaktivitäten. Die Mensa hat 150 Sitzplätze und ist im Zweischicht-Betrieb für 300 Schüler ausgelegt.

Die Nutzung des Mehrzweckraums als Mensa erforderte im Vorfeld Kompromissbereitschaft bei den Vereinen, da dieser zuvor als Veranstaltungsraum diente. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Lindorfer und Ötlinger Vereinen sowie Organisationen und Institutionen, die an dem Konzept proaktiv mitgewirkt haben.

Einweihung

Aufgrund der unklaren Pandemieentwicklung wurde Anfang 2021 entschieden, die feierliche Einweihung der neuen Eduard-Mörike-Halle auf das Jahr 2022 zu verschieben.

Impressionen vom Abriss der alten und Bau der neuen Halle

Impressionen vom Neubau