Sammlungen

Das Sammeln frei gewählter oder vorgeschriebener Dokumentationsziele ist an sich keine naturgemäße Aufgabe des Archivs. Um aber überlieferungs- und kompetenzbedingte Lücken des städtischen Schriftguts zu schließen, sammelt das Stadtarchiv nichtstädtische schriftliche Unterlagen, Materialien und Bilder. Dadurch wird angestrebt, die Entwicklung der ganzen Stadt, und nicht nur die der Verwaltung, zu dokumentieren.
Die zur Zeit 600 Exemplare umfassende Abteilung ist kontinuierlich im Aufbau. Zum größten Teil durch Entnahme aus Akten beziehungsweise Sonderablieferungen des städtischen Bauamtes entstanden, enthält die Sammlung Karten und Pläne des 19. und 20. Jahrhunderts aus Kirchheim unter Teck.

Wichtigster Bestandteil sind die verschiedenen seit 1828 überlieferten Stadtpläne. Zu nennen sind außerdem Kataster- und Flurkarten, Pläne von Gebäuden, Brücken und technischen Anlagen.

Historische Karten des Herzogtums Württemberg, wie von Heinrich Schweickher, Georg Gadner und Matthäus Merian, geben seit 1575 einen Überblick über die Landvermessung und Kartografie.

Die Pläne sind nach folgender Systematik geordnet und verzeichnet:
Sign.
 
Bezeichnung 
P-A Stadtpläne
P-B Flurkarten
P-C Bebauungspläne
P-D Stadtentwicklung
P-E Baupläne
P-F Technische Pläne
P-G Übersichtspläne
P-H Nabern und Jesingen
P-I Stadtplanung 1970


Es bildet mit seinen ca. 16.000 Fotos, Luftbildern, Ansichtskarten, Dias und Negativen den größten Teil des Sammlungsbestandes. Das Bildarchiv ist durch eine Schlagwortkartei gut erschlossen und leicht benutzbar. Eine Ausleihe der meisten Fotos ist möglich, so zum Beispiel für Diavorträge oder zur Illustration von Publikationen.

Nur wenige Fotos stammen noch aus dem letzten Jahrhundert. Der Schwerpunkt des Gesamtbestandes liegt nach dem Zweiten Weltkrieg. Sammlungsschwerpunkte sind Gesamt- und Teilansichten der Stadt mit den Stadtteilen, Gebäude, Straßen, aber auch die Überlieferung von Personen, Gruppenfotos oder besonderen Ereignissen ist dokumentiert.

Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Luftbilder, die seit den 30er Jahren vorhanden sind. Sie zeigen eindrucksvoll die Veränderungen des Stadtbildes in den vergangenen Jahrzehnten.

Eine rund 1.500 Stücke umfassende historische Ansichtskartensammlung (circa 1890-1960) konnte von einem Kirchheimer Sammler erworben werden. Sie umfasst im Wesentlichen die Bereiche Burg Teck, Gesamt- und Teilansichten der Stadt und ihrer Vororte, Gebäude, Straßen, Veranstaltungen, Personengruppen sowie die Orte des ehemaligen Oberamts Kirchheim.
Laufzeit: 1748-2010
Der N-Bestand enthält Nachlässe von Kirchheimer Persönlichkeiten und Heimatforschern wie von Schulrat Carl Mayer (1877-1973) und dem Redakteur Walter Fingerle (1911-1954) sowie Deposita von Vereinen und Institutionen. Darunter befinden sich die umfangreichen und für die Stadtgeschichte bedeutsamen Bestände des Kirchheimer Liederkranzes und des Verschönerungsvereins, außerdem das Archiv der Heimatgruppe Freiwaldau-Bieletal.
Die Sammlung enthält ca. 1.000 Siegel von Familien, Orten, Kirchen und Verwaltungen.
Gelegentlich werden bei Restaurierungsarbeiten an Bänden des 16. und 17. Jahrhunderts Pergamenthandschriften ausgebunden, die dort als Verstärkung des Einbandes dienten. Zumeist in lateinischer Sprache geschrieben, stellen die Fragmente eine Rarität und bibliophile Kostbarkeit dar. Der Bestand umfaßt rund 500 Einzelstücke und ist durch ein Inventar erschlossen.
Die wichtigsten personenbezogenen Archivalien wurden bereits 1967/68 mikroverfilmt. Die Originalfilme werden beim Kreisarchiv in Esslingen verwahrt, das Stadtarchiv besitzt Duplikatfilme. Neben dem Sicherheitsaspekt (Feuer- und Wassergefahr) ergibt sich ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil: Anstelle der Archivalien wird der Mikrofilm zur Benutzung am Lesegerät vorgelegt, infolgedessen werden die einzigartigen Archivalien geschont.

1987 bis 1994 konnten die wertvollsten Bestände bis zum Grenzjahr 1800, teilweise darüber hinaus, verfilmt werden. Auch die Kirchenbücher der Stadt Kirchheim und ihrer Stadtteile sowie die Kirchheimer Familienkartei (1645-1875) befinden sich im Stadtarchiv und können hier benutzt werden.
Digitale und analoge Datenträger bilden die Mediensammlung des Archivs. Filme der 1960er bis 1980er Jahre sind mittlerweile Teil der Landesfilmsammlung im Haus des Dokumentarfilms Stuttgart und stehen den Nutzern in digitalen Kopien zur Verfügung. Seit circa 1960 vorliegende Tonträger werden laufend digitalisiert. Die Sammlung spiegelt verschiedene städtischen Veranstaltungen und das Stadtbild zwischen 1956 und 1996.

Bisher gelangten 33 Filme beziehungsweise Videokassetten und 14 Tonträger ins Archiv, die bei verschiedenen städtischen Veranstaltungen und bei von der Stadt unterstützten Anlässen entstanden sind (1956-1996).
Gegründet 1832, befindet sich in gebundener Form die Kirchheimer Tageszeitung "Der Teckbote" bis zur Gegenwart im Stadtarchiv. Die Zeitungsbände werden oft benutzt, bieten sie doch ohne Leseschwierigkeiten einen Einstieg und ersten Überblick in verschiedene Bereiche der Stadt und ihres Umfeldes im 19. und 20. Jahrhundert. Der Teckbote liegt auch auf Mikrofilm vor.