Verwendete Quellen aus dem Stadtarchiv

  • Die Gebäude der Kirchheimer Innenstadt vom 16. bis zum 19. Jahrhundert
Im Folgenden sind sämtliche Wohngebäude (Stallungen nur zum Teil) der Kirchheimer Innenstadt aufgenommen, soweit sie nach dem Stadtbrand von 1690 zwischen 1713 u. 1715 wiederaufgebaut waren. Steuerlisten zwischen 1713 u. 1715 führen sämtliche Hausbesitzer mit Beschreibung der Gebäude auf. In eine dieser Listen von 1713/15 wurden nachträglich zusätzlich die jeweiligen Besitzer von 1788 eingetragen. Schließlich stimmen die Hausnummern des ersten authentischen Stadtplans der Stadt, in der Urkarte von 1828 mit der Nummerierung des Gebäudekatasters von 1823 überein. Die Lokalisierung der Gebäude und deren Besitzer kann somit für 1823 direkt aus dem Kataster und an der Urkarte vorgenommen werden. Für das 18. Jahrhundert musste die Lokalisierung anhand der Angaben von 1823 zurückverfolgt und erarbeitet werden. Diese Spurensuche ist anhand mehrerer hilfreicher Indizien möglich:
  • 1. Die Steuersetzer waren - mit Ausnahmen im Westteil der Innenstadt - stets den gleichen Weg abgeschritten und hielten somit in etwa die gleiche Reihenfolge bei der Aufzählung der Gebäude ein.
  • 2. Sowohl 1713/15 als auch 1823 werden die Häuser in ihrer Beschaffenheit und ihrer Lage mit den angrenzenden Nachbarn beschrieben.
  • 3. Sowohl im Kataster von 1823 als auch im Steuerrevisionsprotokoll von 1713 und schließlich in den nach dem Brand renovierten Lagerbüchern der Kellerei (1694), des Klosters (1699), der Geistlichen Verwaltung (1699/1711) und in den Lagerbüchern des Spitals vom 16. Jahrhundert und 1805 sowie in den Zinsbüchern von Armenkasten und Stadt werden die Gebäude genannt mit ihren jeweiligen Zinsen, die für sie an mehrere oder eben an eines dieser Institutionen gezahlt werden mussten. Diese stets aufgeführten Zinsen waren jeweils seit Alters bis ins 19. Jahrhundert hinein gleichgeblieben und deshalb der sicherste Beweis bei der Lokalisierung.

Neben den angegebenen Quellen konnte auf die Arbeit von Rolf Götz zurückgegriffen werden: Götz, Rolf: Der „angebliche Stadtplan vor dem Brand“ – Ein Plan zum Wiederaufbau Kirchheims nach dem Großen Stadtbrand von 1690. In: Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, Kirchheim unter Teck 1990, S. 7 ff).
 
Die nachfolgenden Fotos und Texte zeigen nun zum einen den Bebauungszustand der Stadt um 1713/15 im Vergleich zum Jahr 1823. Zum anderen unterstützt sie die Erarbeitung einzelner Häusergeschichten, indem sie für Gebäude und Besitzer die drei Fixpunkte 1713/15, 1788 und 1823 setzt. Unter Zuhilfenahme von Kaufbüchern könnten die Lücken vermutlich geschlossen werden. In einigen Fällen wurden auch hier schon Kaufbücher mit herangezogen und jeweils zitiert.
 
In wenigen Fällen (in Fettdruck) müsste die genaue Lokalisierung mit Hilfe der Kaufbücher nochmals geprüft werden.

Nach der Lokalisierung im 18. Jahrhundert konnten in einem zweiten Schritt die Lokalisierung der Gebäude und deren Besitzer bereits schon aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Hilfe der Lagerbücher (der Kellerei 1560, des Klosters 1574, der Geistlichen Verwaltung 1567 und des Spitals 1578/1600) und der zusammenhängend nummerierten Steuerzettel bzw. dem Steuerbuch von 1587/89 (StadtA Ki R 1289 u. B 712) ermittelt werden.
 
Unter Zuhilfenahme der Kaufbücher lassen sich somit einzelne Häuser und deren Besitzer bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen. Deutlich wird auch dabei, dass vor dem Großen Stadtbrand wesentlich mehr und eben kleinere Häuser in der Innenstadt standen als nach dem Wiederaufbau nach 1690. Nach der Bauordnung direkt nach dem Brand 1690, wurden die meisten Straßen verbreitert und in relativ gerade Linie gebracht, deshalb sind bis heute Gewölbekeller aus der Zeit vor dem Brand zu finden, die bis unter die Straße reichen.

Die Sophienstraße wurde verlängert bis zur Marienstraße, die Gasse zwischen Schloss- und Marktplatz verbreitert. Zwischen den Häusern Marktplatz 7 und 8 wurde eine neue Straße angelegt. Außerdem durften die Häuser nicht mehr so eng und verschachtelt nebeneinander stehen. Aus Brandschutzgründen wurde ein Abstand von drei Schuh (circa 86 cm) zwischen den Häusern vorgeschrieben. Die Häuser sollten in „gerader Linea“ und stets mit der Giebelseite zur Straße gebaut werden. Erker und überhängende Stockwerke wurden verboten.