Ein Streifzug durch die Geschichte

Die Frühbesiedlung Kirchheims dokumentieren Funde der Jungsteinzeit. Kelten und Römer hinterließen ihre Spuren, und anhand alemannischer Funde, vor allem aus Gräbern, ergeben sich Rückschlüsse auf eine Besiedlung unseres Raumes seit dem 4. Jahrhundert nach Christus.

Mit der ersten urkundlichen Nennung Kirchheims im Jahre 960 wird gleichzeitig auch die Martinskirche erwähnt. Damals gelangte Kirchheim unter Teck in einem Tausch vom Bistum Chur in den Besitz König Ottos I.. Kirchheim unter Teck entwickelt sich im 10. und 11. Jahrhundert zu einem wichtigen Marktort, eine wirtschaftliche Bedeutung, die Kirchheim unter Teck als Mittelzentrum heute noch hat.

Als um 1060 die Zähringer im Albvorland Fuß fassten, wurden durch dieses Geschlecht, mehr noch durch die Nebenlinie der Herzöge von Teck, für rund 300 Jahre die Geschicke Kirchheims bestimmt. Zwischen 1220 bis 1230 erheben die Teckherzöge den Marktort zur Stadt.

Als im 14. Jahrhundert die Herzöge von Teck Stück für Stück ihrer Herrschaft verkaufen mussten, gelangte Kirchheim an die Grafen von Württemberg.

Das 16. Jahrhundert brachte nach der Rückkehr Herzog Ulrichs 1534 für die Stadt den Ausbau zur Landesfestung. Belagerungen, Einquartierungen, Plünderungen und Seuchen hinterließen als Folge des 30-jährigen Krieges ihre Spuren. Die gravierendste Zäsur bildete freilich der große Stadtbrand von 1690, der Kirchheim unter Teck bis auf wenige Gebäude in Schutt und Asche legt.

Die Anfänge der Industrialisierung liegen für Kirchheim unter Teck schon im 18. Jahrhundert. Der 1819 eingerichtete Wollmarkt, einer der größten des Landes, begünstigte die Ansiedlung weiterer Textil- und Färbereibetriebe. Die Privateisenbahn Unterboihingen - Kirchheim, die erste in Württemberg, brachte der Stadt 1864 den Anschluss an das wichtigste Verkehrsnetz des 19. Jahrhunderts. Auch die Metall verarbeitende Industrie fand rasche Verbreitung.

Bereits 1935 wurden Ötlingen und Lindorf, 1974 Nabern und Jesingen eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg strömten rund 7.000 Heimatvertriebene und Flüchtlinge in die fast unzerstörte Stadt. In den folgenden Jahrzehnten vollzog sich ein wirtschaftlicher Aufschwung. Neue Industriegebiete entstanden, die Verkehrsverhältnisse wurden verbessert, zahlreiche Wohngebiete ausgewiesen und Schul- und Sportstätten errichtet.

Die Sanierung der historischen Altstadt fand bei Besuchern immer wieder Begeisterung und Anerkennung. Um den alten Stadtkern herum ist im Laufe der Zeit, Jahresringen vergleichbar, das moderne Kirchheim unter Teck gewachsen. Aus der stillen Oberamtsstadt ist eine lebhafte Stadt mit rund 40.000 Einwohnern geworden, die sich ihrer geschichtlichen Tradition verbunden weiß, eine Stadt mit besonderer Atmosphäre, die man lieben lernt und in der es sich gut leben lässt.