Seit 1958 zieht jedes Jahr im November eine große Schar von Kindern mit ihren Laternen durch die Gassen. Viele erwachsene Begleiter waren als Kind selbst mit dabei. Am Donnerstag, 5. November 2026 ist es wieder soweit: Das Laternenfest erleuchtet die Kirchheimer Innenstadt.
Der Treffpunkt für den Umzug ist in der Turmstraße. Von dort wird sich der Laternenzug gegen 17:30 Uhr unter musikalischer Begleitung durch die Stadtkapelle in Bewegung setzen. Die großen und kleinen Laternengängern folgen dem Nachtwächter durch die historische Innenstadt.
Von der Turmstraße geht es durch die Gassen der Altstadt Richtung Marktplatz, wo ein besonderer, Programmpunkt auf die kleinen und großen Gäste wartet.
HINWEIS: Bei Regen findet das Laternenfest nicht statt.
Laternenlieder zum Download:
Laternenfest Kirchheim unter Teck
Hintergrundinformationen
Gleich planten die Verantwortlichen der Alleenschule für das nächste Jahr wieder einen Lichterfestzug durch die Stadt. Die Stadtverwaltung verordnete indessen, Sicherheitsmaßnahmen für den Fall des Feuerfangens einzelner Laternen vorzusehen. Die Kinder mussten sich ab 1959 mit genügend breitem Zwischenraum aufstellen und die Feuerwehr wurde beauftragt, mit einer Sicherheitswache anwesend zu sein. Streng verboten waren Pechfackeln. Neben der Beteiligung der Stadtkapelle stimmte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr festliche Klänge an. Die lange Lichterschlange bewegte sich vom Hof der Alleenschule (heute Stadtbücherei) bis zum Rollschuhplatz. Dort wurden Laternen-Lieder gesungen, eine Kinderpolonaise getanzt und dann beendete der Nachtwächter mit seinem Gute-Nacht-Lied die Veranstaltung.
Ab 1972 durften die Grundschüler aller vier damaligen Grundschulen (Alleenschule, Konrad-Widerholt-Schule, Raunerschule und Eduard-Mörike-Schule) teilnehmen. Der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, E.O. Kröger hatte zudem dafür gesorgt, dass vier Musikkapellen mitmarschierten. Die Erstklässler hatten sich auf beiden Seiten der Marktstraße aufzustellen, um die "Laternen-Kulisse" zu bilden. Ein genauer Aufstellungsplan verhinderte ein Chaos.
1973 organisierte die SPD Stadträtin Lore Maier das Laternenfest. Diesmal durften die Kindergartenkinder durch die Straßen ziehen, die Grundschüler der ersten und zweiten Klasse bildeten das Spalier.
1979 sammelten sich die Kinder am Rossmarkt, am Schweinemarkt, am Martinskirchplatz, am Schlossplatz und der Dreikönigstraße, um im Sternenmarsch zum Marktbrunnen zu laufen. Stimmungsvoll begleitete die Stadtkapelle die singenden Kinder, eine Bläsergruppe auf dem Rathausturm erntete besonderen Beifall.
Schleckereien für die kleinen Laternenträger wurden bereitgestellt, aber der gemeinsame Abschluss auf dem Rollschuhplatz fehlte und wurde schmerzlich vermisst.
Das änderten die Stadträtinnen Lore Maier und Sibylle Köber 1980 wieder und der frohe Abschluss auf dem Rollschuhplatz folgte wie gewünscht, bis 1983 eine weitere Neuerung die Idylle trübte. Nach des Nachtwächters Auftritt sprühten und knallten Raketen, ein Feuerwerk brannte laut und qualmend ab. Von vielen mit "Ahs" und "Ohs" begrüßt, gab es auch Eltern, die mit ihren erschreckten kleinen Kindern das Weite suchten.
Ab 1989 organisierte Stadträtin Sibylle Köber das Lichterglanz-Fest ohne die beliebte Lore Mayer, die im Frühjahr 1989 verstorben war. Jahrelang hatte Pfarrer Nothelfer die Kinder als Nachtwächter durch die Straßen von Kirchheim geführt, ab 1992 übernahm diese Rolle Stadtrat Andreas Kenner.
Bis heute wird diese 1958 aufgenommene Tradition weitergeführt, nun von der Marketing-Abteilung der Stadtverwaltung organisiert, und beschenkt in der trüben Jahreszeit jedes Jahr wieder nicht nur die Kinder mit einem ganz besonderen Erlebnis.
Quellen: C 446, 1995, Altreg 104.22, ZAS 7/3