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Für ein sauberes Kirchheim: Vandalismus und Verschmutzung an Kirchheimer Schulen im Blick


Schulen im Grenzbereich zwischen Freizeit und Vandalismus

„Die Schulgelände städtischer Schulen werden außerhalb der Unterrichtszeiten von Jugendlichen als Aufenthaltsort und Treffpunkt benutzt“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader. Dies resultiert auch aus der Sichtweise, dass Schule heutzutage nicht nur ein Ort des Lernens sein soll, sondern auch Lebens- und Entwicklungsraum für Schülerinnen und Schüler mit Aufenthalts- und Spielräumen.

Einerseits ist es sehr positiv, dass Kinder und Jugendliche sich dort wohlfühlen und in ihrer Freizeit ihren Spiel- und Bewegungsbedürfnissen nachgehen können. Dies wird insbesondere durch die bewegungsfreundliche Gestaltung der Schulhöfe gewollt und unterstützt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch negative Auswirkungen durch mutwillige Zerstörungen und Verschmutzung. Zu den zahlreichen Facetten des Vandalismus gehört darüber hinaus auch die Ruhestörung in den Abend- und Nachtstunden.

Bekämpfung und Vermeidung von Vandalismus als Ziel

Die Stadt Kirchheim beschäftigt das Thema Vandalismus an Schulen schon seit Jahren in unterschiedlichen Ausprägungen. Im Rahmen der Sauberkeitskampagne „Mach mit! Für ein sauberes Kirchheim“ sollen auch die bisherigen Maßnahmen zur Prävention beleuchtet werden. So wurde bereits im Juni 2020 eine Projektgruppe unter Leitung der Stabstelle Recht mit dem Titel „Vermeidung und Bekämpfung von Vandalismus auf Schulhöfen und vergleichbaren, angrenzenden Anlagen“ gegründet.

Diese ist besetzt mit den Leitungen aller betroffenen Sachbereiche der Stadtverwaltung wie Hochbau, Grünflächen, Ordnung, dem städtischen Datenschutzbeauftragten, den Abteilungen Bildung und Soziales sowie der Polizei. Hinzugezogen für die einzelnen Schulen werden je nach Bearbeitungsstand die Schulleitungen und die Elternvertretungen sowie gegebenenfalls weitere Betroffene.

„Hier müssen viele Räder ineinandergreifen, um anhaltende Erfolge zu verzeichnen“, erklärt Christine Riesener, Leiterin der Stabsstelle Recht und der Arbeitsgruppe. Die Gruppe trifft sich in einem Abstand von vier bis sechs Wochen, um die jeweiligen Arbeitsschritte zu besprechen und voranzutreiben. Zeitgleich wurden und werden alle Schulen vor Ort vorbesichtigt, um den Status Quo festzustellen und Ideen zu sammeln und zu entwickeln. Abgearbeitet werden diese dann der Dringlichkeit nach. „Dies ist kein Projekt, sondern dies ist eine Daueraufgabe“, betont Riesener. Im Rahmen des Projektes wurde beschlossen, dass für jede Schule passgenau alle in Frage kommenden Einzelmaßnahmen geprüft werden.

Beschädigungen im Wert von mehreren 10.000 Euro im Jahr

Besonders betroffen machen die Auflistungen der Schäden, die durch das Säubern von Graffiti oder zerstörten Scheiben, Türen oder Beleuchtungen im Jahr mit mehreren 10.000 Euro zu beziffern sind. Dies wurde bei den Gesprächen mit Elternvertretern und Schulleitungen neben den Plänen für Änderungen in den Mittelpunkt gestellt.

Auf einer Tischtennisplatte auf dem Gelände der Kirchheimer Eduard-Mörike-Schule liegen Kartons und leere Flaschen.

Inzwischen wurde die Polizeiverordnung der Stadt Kirchheim unter Teck dahingehend überarbeitet, dass die zeitliche und örtliche Beschränkung der Nutzung von Schulhöfen eingeschränkt werden kann. Eine Streetwork-Stelle ist vom Gemeinderat bereits genehmigt und konnte zum 1. April 2021 durch das Mehrgenerationenhaus Linde besetzt werden – als Schwerpunkte der Tätigkeit wurden die Alleenschule und der Campus Rauner festgelegt.

Einschränkung der Nutzung des Freihofareals zeigt Wirkung

„Eine weitere Vorkehrung und Maßnahme, die zur Sicherheit eines Schulgebäudes dient, ist die Einschränkung  der Betretung, der Befahrung oder Durchquerung des Schulbereiches. Im Freihofareal haben beispielsweise nur noch die berechtigten Gebäudenutzer das Recht hier ungestört unterwegs zu sein – also die Nutzerinnen und Nutzer von Schule und Musikschule, oder Vereinsmitglieder“, erklärt David Lempp, Leiter des Sachgebiets Gebäudemanagement der Stadtverwaltung Kirchheim unter Teck.

Das dies im Ergebnis funktioniert, zeigt nun seit knapp einem Jahr die aufgrund der Corona-Pandemie bestehende Regelung: Das Schulgelände und damit auch der Schulbetrieb sind im Vergleich zu den Vorjahren kaum noch durch Vandalismus beeinträchtigt. Fluchtwege sind nicht abgeschnitten. Der vollständige Ausschluss der Allgemeinheit bedeutet nicht, dass auch das Haupttor direkt nach Schulschluss abgeschlossen sein muss. Vielmehr wird das  Haupttor bis auf weiteres erst um 22:30 Uhr abgeschlossen.

Feuerstelle aus Pflastersteinen auf dem Gelände der Kirchheimer Eduard-Mörike-Schule.

Pressemitteilung Nr. 183/21 vom 20.08.2021