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Bericht zu den Unwetterereignissen vom 23. und 25. Juni 2021 im Gemeinderat


Hunderte Feuerwehreinsätze im Stadtgebiet

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kirchheim unter Teck kam im Rahmen der Bekämpfung der Unwetter im Zeitraum vom 23. Juni bis zum 25. Juni auf rund 270 Einsätze. Für die Steuerung der Einsätze in der Leitstelle wurde ein Krisenstab mit dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung eingesetzt.

Besonders stark betroffen waren die Stadtteile Lindorf und Ötlingen und die Stadtmitte. Es gab keine Personenschäden, jedoch waren zahlreiche Wohnhäuser und Kellergeschosse vom Hochwasser betroffen und es mussten umgestürzte Bäume im Bereich der Notzinger Steige, beim Waldfriedhof, Marstallgarten, Heimenwiesen, Kruichling und am Ötlinger Bahnhof entfernt werden. Verschiedene Unterführungen wie beispielsweise in der Hegelstraße, Stuttgarter Straße sowie die Verbindung Ötlingen-Lindorf waren nicht mehr passierbar.

Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader dankte in der Sitzung - stellvertretend für den Gemeinderat - allen eingesetzten Kräften für ihren Einsatz in der Bekämpfung der Unwetterfolgen.

 

Niederschlagsmenge im Zeitraum 23. bis 25. Juni war größer als 2018

„Die Niederschlagsmenge war extrem, dafür ist leider kaum ein Schutz möglich“, stellte Kirchheims Erster Bürgermeister Günter Riemer fest. Der durch Maßnahmen angestrebte und erreichbare Hochwasserschutz reicht bis zum sogenannten 100-jährigen Hochwasser (HQ100). Gemäß dem vom Deutschen Wetterdienst herausgegebenen Starkregenkatalog KOSTRA (Koordinierte Starkniederschlags-Regionalisierungs-Auswertungen) befand Kirchheim unter Teck sich mit bis zu 96 Litern/Quadratmeter jenseits der Messlatte für ein 100-jähriges Regenereignis.

Ursache war eine „Superzelle“ über Kirchheim unter Teck - mit Schwerpunkten im Zentrum und im Westen der Stadt - die sich sehr lokal und kleinräumig abregnete, ohne weiterzuziehen. „Starker Hagel mit Entlaubung und Astbrüchen in kurzer Zeit und ein schnelles Abschwemmen der festen Stoffe haben Kanalisation und Verdolungen verstopft“, so Riemer weiter.

Beseitigung von Schäden und Verstopfungen

Nach dem Unwetterereignis am 23. Juni wurden die Gewässer begangen. Wenn Verklausungen (Verstopfung eines Gerinnes durch Holz, Geschiebe, Müll etc.) festgestellt wurden, wurde die Behebung der Mängel und Schäden veranlasst. Der städtische Baubetrieb war hierbei ebenfalls großflächig im Einsatz. Die Befahrung und Spülung von Durchlässen, Querungen und Verdolungen in den betroffenen Gebieten wurden beauftragt und sukzessive umgesetzt. Aufgrund der Unwetter gab es vor allem im Bereich von Verdolungen größere Schäden, die behoben werden müssen.

Auf ein für den 28. Juni angekündigtes Hochwasser war die Stadtverwaltung gut vorbereitet. Glücklicherweise trat dieses nicht im prognostizierten Umfang ein.

Katastrophenschutzplan, Starkregengefahrenkarte und weitergehende Maßnahmen

In Zusammenarbeit mit den beteiligten Organisationen und Einsatzkräften werden nun die Abläufe analysiert, um diese für zukünftige Wetterereignisse dieser Art weiter zu verbessern. Bei dem durch die Stadtverwaltung jüngst beauftragten Katastrophenschutzplan handelt es sich hierbei um ein wichtiges Werkzeug.

Mit Blick auf die schon 2018 stark betroffenen Stadtteile Ötlingen und Lindorf wurde bereits 2019 die Erarbeitung einer Starkregengefahrenkarte beauftragt, um gezielt Maßnahmen zum Schutz und Rückhalt von Oberflächenwasser umsetzen zu können. Diese befindet sich aktuell in der Endabstimmung und soll im Herbst 2021 dem Gemeinderat zur weiteren Entscheidung vorgelegt werden. Daraus abgeleitete Maßnahmen können nach Fertigstellung umgesetzt werden. Außerdem soll die Gefahrenkarte sukzessive über das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden.

„Die Maßnahmen werden vorrangig die Beseitigung von wild abfließendem Wasser aus dem Außenbereich, die Frühwarnung und die leistungsfähige Unterhaltung des Graben- und Bachsystems in den Blick nehmen“, so Erster Bürgermeister Günter Riemer. Zeitgleich ist es aber unerlässlich, dass Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer selbst für Schutzmaßnahmen auf ihren Grundstücken sorgen und diese umsetzen. Zu diesem Zweck soll im Herbst die Eigenvorsorge mit einem städtischen Beratungsangebot gestärkt werden. Außerdem wurde städtischerseits ganz unbürokratisch für Hilfe gesorgt: Die während der Hochwasserereignisse ausgegebenen Sandsäcke wurden den Betroffenen überlassen. Die Stadtverwaltung selbst hat bereits für Nachschub gesorgt, um im Falle weiterer Überschwemmungen gewappnet zu sein.

Die in der Sitzung gezeigte Präsentation mit dem gesamten Bericht ist im Ratsinformationssystem der Stadt Kirchheim unter Teck - erreichbar unter www.kirchheim-teck.de/ratsinfo - bei der Sitzung vom 21.07.2021 einsehbar.

Pressemitteilung 153/21 vom 22.07.2021