In Ötlingen ist der „Rotgockel“ viel mehr als ein einfaches Kunstwerk. Er ist das Symbol des Ortsteils schlechthin und zugleich ein fester Bestandteil der lokalen Sagenwelt. Um was geht es dabei? In nicht näher definierten „früheren Zeiten“ hätten sich reiche Bauern vom Rest der Ötlinger Dorfgemeinschaft abgesondert und an der Plochinger Steige eine neue Siedlung namens Rot gegründet. Da sich diese Bauern nicht mehr dazu bemüßigt sahen, dem Gottesdienst in Ötlingen beizuwohnen und es in Rot keine Kirche gab, hielt der Zorn Gottes Einzug. Ein gewaltiges Erdbeben verschlang die gesamte Ortschaft und all ihre Bewohner. Nur gelegentlich ertönt aus der Tiefe das drohende Krähen des gefürchteten Rotgockels.  So will es die Sage. Lange noch diente diese Geschichten als Warnung gegenüber ungehorsamen Kindern, denen mit dem Rotgockel gedroht wurde, wenn sie nicht auf ihre Eltern hören wollten.
Fritz Melis, der überregional bekannte Bildhauer aus Bietigheim, schuf nicht nur diese Tierfigur. In ganz Deutschland und auch in anderen europäischen Staaten sind seine Vögel und verschiedene Tiere zu bewundern. Auch die Gänse und der Truthahn auf dem Geflügelmarkt in Kirchheim unter Teck gehen auf Melis zurück.
Der lang gestreckte Hahn, der im Moment des Krähens festgehalten ist, vermittelt einen energischen Eindruck. Er wurde1974 aufgestellt. Die Initiative zur Errichtung des Rotgockels ging dereinst, wie auch im Fall der Geflügelmarktgruppe, vom Verschönerungsverein Kirchheim unter Teck aus.
  • 1913 geboren in Berlin
  • 1933-36 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin
  • 1946 Neuanfang in Stuttgart
  • 1950 Dozent für freies Zeichnen an der TH Stuttgart                                                               
  • seit den 50er Jahren viele Aufträge durch „Kunst am Bau“                                 
  • ab 1953 zus. mit Ludwig Gies Arbeit am „Bundesadler“ im Plenarsaal Bonn            
  • seit 1958 Atelier in Bietigheim-Bissingen                                                                                
  • 1982 gestorben in Bietigheim
  • Standort: Ötlingen, gegenüber dem Rathaus
  • Material: Bronze
  • Maße: Höhe 60 cm
  • Entstehung: 1974
  • Eigentum: Stadt Kirchheim unter Teck