Schlossgraben und Stadtbefestigung

Rund um die Kirchheimer Altstadt zieht sich ein grüner Gürtel aus Parkanlagen mit Spielplätzen und Skulpturen, mit bunten Blumenrabatten und stattlichen Bäumen. Insbesondere Kastanien säumen den Alleenring, schon Hermann Hesse hat sie in seiner Novelle "Hermann Lauscher" verewigt. Bänke laden zum Verweilen, ein Springbrunnen zum Entspannen ein. Hier gibt es Naherholung in nächster Nähe zum quirligen Einkaufserlebnis Innenstadt. Einst bestand der heutige grüne Ring um die Stadt aus einem Festungswerk.

Spätestens als Herzog Ulrich die Stadt Kirchheim unter Teck 1538-1541 zur Landesfestung ausbauen ließ, verfügte diese über eine gewaltige Befestigungsanlage mit Stadtmauer, Zwingermauer, vier Bastionen und Stadtgraben. Heute zeugen nur noch einige wenige Bauwerke, wie die Bastion oder die Stadtmauer am Schloss von der Verteidigungsanlage, die angesichts modernerer Kriegsführung und steigenden Erhaltungskosten überflüssig geworden war. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie sukzessive abgebrochen, der Graben aufgefüllt und die Stadt konnte sich ohne Zwang weiter ausbreiten. Das städtebauliche Erscheinungsbild hatte sich geändert und die Grünanlage erfüllt das Bedürfnis heutiger Menschen nach Erholung. Rund um die Bastion zieht sich eine von Rasen, Bäumen und Spielgeräten bestückte Fläche, die sich nach Süden in die kleine Rabatte am Schweinemarkt ausweitet. Nach Osten geht sie in die schattige Baumanpflanzung vor der Martinskirche über. Die Anlagen an der Martinskirche, am Max-Eyth-Haus, am Krautmarkt, Geflügelmarkt und am Schlossgraben bilden eine zusammenhängende Park-Einheit, die sich bis zum Eingang in die Innenstadt am Wachthaus zieht. Einzig das nur spärlich mit Gewächsen ausgestattete Rossmarkt-Parkplatz-Gelände trübt das Gesamterscheinungsbild des grünen Rings.