Bucher, André - "Postplatz-Brunnen"

Buchers Brunnen für den Kirchheimer Postplatz ist ein ästhetischer Hybrid. Im Kern besteht das Werk aus einer streng konstruktivistischen Komposition aus Inox-Stahl. Das proportional fein austarierte Gefüge steht in formaler Korrespondenz mit der umgebenden Architektur. Der Brunnen bildet somit einen künstlerischen Fokus, dessen plastizierende Kraft den gesamten Postplatz als ästhetisches Ensemble erlebbar werden lässt. Doch es sind nicht die bestechenden Qualitäten von Reduktion und Strenge, denen das Werk seine Beliebtheit verdankt. Dass diese Station des Kirchheimer Kunstwegs am ehesten den Status eines städtischen Wahrzeichens erlangen konnte, verdankt sie ihrer Einbindung in den regionalen Sagenkreis. Die in sich abgeschlossene Stahlkomposition – die Buchers künstlerischer Intention bereits vollkommenen Ausdruck verschafft – bevölkern bronzene Brunnenfiguren. Sie illustrieren Märchen und Legenden der Umgebung. Puristen könnten darauf verzichten. Aus dem Kirchheimer Stadtbild aber sind die putzigen Wasserspeier längst nicht mehr wegzudenken. (Text: Florian Stegmaier)
  • 1924 geboren in Inhambane, Ost-Afrika
  • ab 1926 wohnhaft in Ascona
  • Ausbildung in Genf und „Grand Chaumiere“ in Paris u.a.
  • 1948 - 1966 Arbeit als Modellgrafiker
  • seit 1949 wohnhaft in Genf
  • seit 1967 ausschließlich Bildhauer
  • 1976 erste Arbeiten mit Lava
  • 2009 gestorben in Genf
  • Objektstandort:  Postplatz
  • Material: Inox und Bronze
  • Maße: Höhe 8 m, ovales Wasserbassin: 730 x 840 cm
  • Entstehung: 1985
  • Eigentum: Stadt Kirchheim unter Teck