Ein Blick auf den bisherigen Verlauf
Die Stadt Kirchheim unter Teck setzt sich seit vielen Jahren für den Bau eines neuen Hallenbads ein. Ziel ist es, ein zukunftsfähiges Bad zu schaffen, das langfristig den Anforderungen der Schulen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürgern gerecht wird.
Dazu wurden zahlreiche Schritte unternommen:
- Im Gemeinderat wurde der Standort für das neue Hallenbad festgelegt – beim Freibad.
- Eine umfassende Bedarfsanalyse in der „Bädergruppe“ wurde gemeinsam mit Schulen und Vereinen vorgenommen.
- Gespräche mit Umlandkommunen über eine interkommunale Zusammenarbeit fanden statt.
- Bürgerinnen und Bürger konnten in einer Umfrage ihre Wünsche einbringen.
Auf Basis der Ergebnisse wurde ein Hallenbadkonzept erstellt, mit dem Ziel, ein Bad zu planen, das zum Bedarf passt für Schulen, Vereine und Öffentlichkeit.
Die Vorplanungen wurden bereits so weit vorangetrieben, dass eine Umsetzung zeitnah erfolgen könnte.
Wie sieht die aktuelle Lage aus?
Die Stadt Kirchheim unter Teck befindet sich, wie viele andere Städte auch, in einer sehr schwierigen finanziellen Lage. Der Doppelhaushalt für die Jahre 2024/2025 ist nicht ausgeglichen und der Nachtragshaushalt für 2025 wurde nur unter Auflagen genehmigt. Derzeit wird der Doppelhaushalt für die Jahre 2026/2027 aufgestellt. Dieser weist bereits ein Defizit von 7,5 Millionen Euro auf. Für die Folgejahre wird mit einem noch größeren Defizit im zweistelligen Bereich gerechnet.
Weil die Stadt in den kommenden Jahren deutlich weniger Geld zur Verfügung hat als erwartet, kann das Hallenbad nicht in den nächsten Haushalt aufgenommen werden. Die Stadtverwaltung hat diese Entscheidung nach intensiver Prüfung und unter Berücksichtigung aller laufenden und geplanten Ausgaben getroffen und dem Gemeinderat am 23. Juli 2025 als Entscheidung vorgelegt. Der Gemeinderat ist der Empfehlung der Verwaltung gefolgt und hat entschieden, dass das Hallenbad nicht in die Planungen der nächsten zwei Jahre aufgenommen wird. Auch andere Projekte, die mit größeren Investitionen verbunden sind, müssen verschoben werden.
Das grundsätzliche Ziel, ein Hallenbad in Kirchheim unter Teck zu realisieren, wird nicht in Frage gestellt, ausschließlich die Umsetzung muss verschoben werden.
Wie geht es weiter?
Die Stadt verfolgt das Projekt weiter, unter Berücksichtigung der Entwicklung der Haushaltslage:
- Die Projektplanungen werden auch künftig auf einem aktuellen Stand gehalten, um bei möglichen Förderprogrammen schnell reagieren zu können.
- Der Vertrag mit Dettingen unter Teck zur Nutzung des Hallenbades soll verlängert werden. Es wird geprüft, ob mehr Schwimmzeiten für die Öffentlichkeit angeboten werden können.
- Ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding und Sponsoring werden geprüft, sobald das Projekt wieder aufgenommen werden kann.
- Ziel muss es sein, das Haushaltsdefizit wieder umzukehren, damit die grundsätzliche Leistungsfähigkeit der Stadt wiederhergestellt werden kann und Investitionen getätigt werden können.
Videobotschaft des Oberbürgermeisters
Fragen und Antworten
Gleichzeitig sieht sich die Stadt Kirchheim unter Teck auch in der Verantwortung, als Mittelzentrum die Bedarfe der beteiligten Kommunen abdecken zu können. Diese würden sich im Gegenzug an den laufenden Kosten beteiligen. Gerade bei einem Großprojekt wie dem Hallenbad ist es besonders wichtig, nicht am Bedarf vorbeizuplanen. Das Hallenbad soll über mehrere Jahrzehnte zum Bedarf der Bürgerschaft passen und zukunftsfähig sein.
Zudem steht das Freibad in Kirchheim unter Teck im Sommer zur Verfügung, das mit dem aktuell sanierten Planschbecken auch für Familien eine gute Möglichkeit darstellt, Kinder an das Wasser zu gewöhnen.
Das Schwimmkursangebot wurde aktuell über eine Kooperation zwischen dem VfL Kirchheim, der Tauchgruppe Teck und der Schwimmschule CaLLe erweitert. Die Stadt unterstützt weitere Kooperationen dieser Art.
- Ausbau der U3-Betreuung in den Kitas
- Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen,
- Unterbringung von Geflüchteten
- Stark gestiegene Sozialausgaben (zum Beispiel steigt die Kreisumlage zwischen 2023 und 2026 von 19,6 auf 29 Millionen Euro)
Ein Hallenbad mit einer Investitionssumme von 30 bis 35 Millionen Euro ist ohne erhebliche Zuschüsse nicht finanzierbar. Der Betrieb und der Schuldendienst würden die Stadt nach Fertigstellung außerdem jedes Jahr über 2 Millionen Euro kosten, was in der momentanen Lage nicht möglich wäre.
In Baden-Württemberg hat nur noch knapp jede fünfte Stadt einen ausgeglichenen Haushalt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass über 80 Prozent mit Defiziten arbeiten. Der Städtetag Baden-Württemberg appelliert daher eindringlich an Bund und Land, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Städte wiederherzustellen und sie zu entlasten.
Die Verwaltung ist aktuell auf viele Orte verteilt. Das erschwert die Zusammenarbeit, verlängert Prozesse und kostet dauerhaft Geld. Allein für die Anmietung von Büroräumen zahlt die Stadt jährlich mehrere hunderttausend Euro. Der Neubau ist also eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Stadtverwaltung und spart dauerhaft Mietkosten.
Der Nachtragshaushalt für das Jahr 2025 wurde erst im Juli und nur unter Auflagen genehmigt. So wird eine zusätzliche Verschuldung für neue Vorhaben abgelehnt.