Burgruine Hohenneuffen

Wer den Aufstieg auf die 743 m hoch gelegene Festungsruine wagt, wird mit einem beeindruckenden Ausblick auf die umliegenden idyllischen Täler und bis nach Stuttgart belohnt.

Geschichte der Burgruine Hohenneuffen

Die Burg Hohenneuffen wurde vor 1140 von Mangold von Sulmetingen-Neuffen errichtet. Sie war fast zwei Jahrhunderte lang Sitz der Herren von Neuffen, bis sie 1301 in den Besitz der Grafen von Württemberg überging. Herzog Ulrich von Württemberg und sein Nachfolger Christoph bauten den Hohenneuffen ab 1543 zur Landesfestung aus. Mächtige Türme für die Aufstellung von Geschützen, Bastionen und ein über drei Meter hoher kasemattierter Wall sorgten dafür,  dass die Burg praktisch uneinnehmbar war.

Der letzte Ausbau fand unter Herzog Carl Alexander in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt. Er plante einen dichten Gürtel von Abwehreinrichtungen rund um die Festung. Nach seinem Tod war das Herzogtum Württemberg hoch verschuldet. Die Pläne für den Ausbau wurden erst gekürzt  und später ganz verworfen. Bis 1780 diente der Hohenneuffen als Staatsgefängnis. 1801 und 1802 wurde er, infolge des Rastatter Friedenskongresses, geschleift und diente den Nachbargemeinden als Steinbruch.

In den 30er Jahren des 19. Jh. wurde auf Betreiben des Grafen Friedrich von Mandelslohe, Forstmeister von Urach, die weitere Zerstörung verhindert und die Anlage als größte Ruine der Schwäbischen Alb Besuchern wieder zugänglich gemacht. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hohenneuffen als Fliegerwache genutzt. 1948 trafen sich dort die Ministerpräsidenten der drei südwestdeutschen Länder Südbaden, Württemberg-Hohenzollern und Württemberg-Baden um über einen Südweststaat zu beraten, der dann in Gestalt des Landes Baden-Württemberg Wirklichkeit wurde.

Sagen rund um den Hohenneuffen

Bei einer Belagerung des Hohenneuffens sollten die Bewohner ausgehungert werden. Eine List rettete sie.  Ein Esel, der auf der Burg zum Wassertragen gehalten wurde, wurde mit dem letzten vorhandenen Getreide gefüttert und geschlachtet. Den gefüllten Magen des Tieres sollen die Bewohner über die Mauer ins Lager der Feinde geworfen haben. Diese glaubten, dass die Belagerten noch reichlich Vorräte hätten und zogen ab. Danach soll bei der Wache stets ein Eselsfuß als Wahrzeichen aufgehängt gewesen sein