"Wandbild" von Adam Lude Döring im Erdgeschoß des Teckcenters

Foto des Kunstwerks Wandbild von Adam Lude Döring im Erdgeschoß des Teckcenters

Im Erdgeschoß des Eingangsbereichs des Treppenhauses der Stadthalle befindet sich ein weiteres Werk des Künstlers Adam Lude Döring. Das 2x2 Meter große Wandbild stellt wiederum eine Auseinandersetzung mit dem Bahnhofsthema dar; Lude Döring arbeitet erneut mit der von ihm in den 60er Jahren entwickelten Technik der „Hundert-Felder-Malerei“.  Das Raster gibt dem Maler Halt, um sich mit den Linien darin sozusagen expressiv ausdrücken zu können.
Lude Döring, als Maler Autodidakt, stand immer der gegenständlichen Malerei nahe. In seinen Werken dominierte die Linie gegenüber der Farbe, ihr fühlte er sich verpflichtet. Und so schuf er vor allem in den 1960er und 1970er Jahren ein Formenvokabular, mit dem er in der Lage war, seine Gedanken spielerisch auf die Leinwand oder aufs Papier zu bringen. Der Künstler selbst vergleicht seine Arbeitsweise mit einem Spiel. Er lotet die Möglichkeiten der Formen und Linien immer wieder aus. Im Laufe der Zeit entwickelt er eine Art Formenvokabular, das sich durch sein bildnerisches Schaffen wie eine Art „Roter Faden“ zieht und gleichzeitig für einen hohen Wiedererkennungseffekt sorgt. Immer wieder taucht eine fingerartige Form auf, die nicht eindeutig identifizierbar ist. Mal scheint es sich um einen Finger zu handeln, manchmal entsteht daraus eine ganze Hand mit erstaunlichen Fingern, manchmal auch eine Art Signal.
Alle diese Zeichen vereint das Bild im Erdgeschoß. Wir blicken durch ein imaginäres Fenster in einen Eisenbahnwaggon der frühen Jahre. Durch die Fensterrundung und die -griffe erinnert das Szenario an die Waggons der Nachkriegszeit, die darin erkennbaren Personen scheinen jedoch aus einer anderen Zeit zu stammen. Es werden Assoziationen an die 20er Jahre geweckt.
Im Treppenhaus finden sich noch weitere Versatzstücke als Wandmalerei von Lude Döring wie u.a. ein Signal, das er direkt auf die gemauerte Wand gemalt hat. (Text: Barbara Honecker)
  • 1925 geboren in Dresden                                                                                          
  • 1948 Übersiedlung nach Westdeutschland                                                                        
  • 1950 – 53 Studium an der Merzschule Stuttgart                                                               
  • 1954-64 freischaffender Graphiker
  • 1967-68 Studium Universität Stuttgart Philosophie bei Max Bense
  • bis 1978 wohnhaft in Gutenberg                                                                                     
  • danach Umzug nach Sachsenheim-Häfnerhaslach
  • 2018 gestorben in Sachsenheim
  • Objektstandort:  Wand Eingang Stadthalle Erdgeschoß
  • Material: zwei Paneele, Acryl
  • Maße:  2 x 2m
  • Entstehung: 1978/79
  • Eigentum: Stadt Kirchheim unter Teck