Josef Nadjs Werk trägt den Titel „Passage“, was sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließt. Dem 2,70 Meter hohen Kunstwerk gelingt es durch seine Mehransichtigkeit, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Jede Seite hat ein eigenes „Gesicht“. Man nähert sich dem Stein, einem Granit, und sieht eine wenig strukturierte Form mit sowohl glatter als auch unbehauener Fläche. Die glatte Fläche erweckt beim Betrachten von der schmalen Seite Assoziationen an eine Tür, die sanft gebogene Ausarbeitung hebt diesen Gedanken aber sofort wieder auf. Die Ästhetik des Steins entsteht durch diese Gegensätzlichkeiten. Die Assoziationen und Erfahrungen des Betrachters werden aufgehoben und machen eine neue Sichtweise und damit Erlebbarkeit möglich. Der Besucher ist angehalten, seine Wahrnehmung zu überprüfen. An einer Seite weist der Granit noch die Bohrlöcher auf, mit denen man ihn aus dem Steinbruch gesprengt hat. Direkt daneben lädt der gleiche Stein zum Berühren und Streicheln ein, durch die polierte Oberfläche wirkt er samtig weich. Die „Passage“ entstand für den „Großen Albgang“ im Jahre 1999 und fand nach dem dortigen Ausstellungsende ihren endgültigen Aufstellungsort im Garten des Kreiskrankenhauses (siehe ebenso die „Stufenstele“ von Rotraud Hofmann).
Der Bildhauer Josef Nadj sucht in Steinbrüchen nach dem Material, das ihn zu seiner Arbeit inspiriert und arbeitet direkt mit dem Stein. Es gibt keine Entwürfe, wie bei vielen Bildhauern üblich. Josef Nadj hält oft seine Ideen auf Papier in Zeichnungen fest und nähert sich auf diese Weise dem Stein. Seine Skulpturen sind an vielen Orten vor allem im süddeutschen Raum zu finden. Mit den Titeln, die er für seine Arbeiten wählt, gibt er dem Betrachter einen ersten Hinweis zum Verständnis der Werke. Nadj gibt sich nicht mit der Ästhetik seiner Steine zufrieden, er versucht, durch sie einen Anstoß zum Nachdenken zu geben, sowohl in gesellschaftspolitischer als auch in kultureller Beziehung. (Text: Barbara Honecker)
Der Bildhauer Josef Nadj sucht in Steinbrüchen nach dem Material, das ihn zu seiner Arbeit inspiriert und arbeitet direkt mit dem Stein. Es gibt keine Entwürfe, wie bei vielen Bildhauern üblich. Josef Nadj hält oft seine Ideen auf Papier in Zeichnungen fest und nähert sich auf diese Weise dem Stein. Seine Skulpturen sind an vielen Orten vor allem im süddeutschen Raum zu finden. Mit den Titeln, die er für seine Arbeiten wählt, gibt er dem Betrachter einen ersten Hinweis zum Verständnis der Werke. Nadj gibt sich nicht mit der Ästhetik seiner Steine zufrieden, er versucht, durch sie einen Anstoß zum Nachdenken zu geben, sowohl in gesellschaftspolitischer als auch in kultureller Beziehung. (Text: Barbara Honecker)
- 1953 geboren in Arandjelovac, Jugoslawien
- 1970 - 1974 Studium an der Freien Kunstschule Stuttgart
- 1975 - 1981 Studium Bildhauerei Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
- seit 1981 freischaffend
- Vertretungen an der Akademie Stuttgart
- 1996-99 Dozent an der Landesakademie
- lebt in Dettingen bei Horb am Neckar
- Standort: Garten am Eingang zur Medius-Klinik Kirchheim Eugenstraße
- Material: Granit
- Maße: Höhe 270 cm
- Entstehung: 1999
- Eigentum: Landkreis Esslingen, (Großer Albgang 1999-2000)