"Glasbild" von Gerhard Dreher im Teckcenter, Außenwand im Foyer der Stadthalle

Gerhard Dreher ist einer der wichtigsten Glaskünstler der Nachkriegszeit in Süddeutschland. Er arbeitete in einer Zeit, in der man im süddeutschen Raum noch der Gegenständlichkeit verpflichtet war, in einer abstrakten Formensprache. Die Anregungen dazu fand er in der Düsseldorfer Glaswerkstatt seines Lehrers Georg Meistermann. Dieser hat in der Nachkriegszeit über 1000 Glasarbeiten gefertigt. Die Liste der Werke mit öffentlichen Aufträgen an Gerhard Dreher ist beeindruckend. In den 50er und 60er Jahren entstanden vor allem Kirchenfenster, dagegen waren es in den folgenden zwei Jahrzehnten hauptsächlich Profanbauten, die er mit seinen Glasfenstern ausstatten konnte. Dazu gehört auch der Auftrag des 33,60 Meter langen Glasfensters im Foyer der 1978 neuerbauten Stadthalle.  Im Gegensatz zu vielen Glaskünstlern der damaligen Zeit war Gerhard Dreher von der Ausstrahlung des weißen Glases fasziniert und verwendete Farben eher zurückhaltend.
Als ein zentraler Begriff im Schaffen des Künstlers taucht immer wieder das Wort „Spiel“ auf. Auch das Kirchheimer Glasfenster ist mit diesem Begriff erklärbar. Gerhard Dreher „spielt“ mit geometrischen Grundformen und behält dabei den Kontext der Architektur im Auge. Linien, Kreise und Halbkreise schaffen beim Betrachter Assoziationen an Landschaften, z.B. an den nahen Albtrauf, aber auch Wolken und die Sonne lassen sich im Glasbild entdecken. Zur Begrifflichkeit des Spielens trägt auch die Veränderung des Bildes durch den sich verändernden Lichteinfall und die Sonneneinstrahlung bei. Der Betrachter kann so immer wieder ein neues Kunstwerk erleben.
Vier Jahre später, 1982, schuf Gerhard Dreher auch die hölzerne Wandverkleidung zu beiden Seiten des Saales der Stadthalle. Zu dieser Zeit faszinierte ihn das Spiel mit Schatten und das lässt sich sehr gut an den Reliefs der Stadthalle feststellen. (Text: Barbara Honecker)
  • 1924 geboren in Enzberg
  • 1946 - 49 Studium an der Kunstakademie Stuttgart
  • ab 1949 freischaffender Künstler in Weilheim an der Teck
  • ab 1980 Lehrtätigkeit als Kunsttherapeut an der Freien Kunstakademie Nürtingen (FKN) Nürtingen
  • ab 1992 Arbeiten in Wellpappe
  • 2008 gestorben in Öhringen
  • Objektstandort:  Außenwand im Foyer der Stadthalle im Teckcenter
  • Material: bleigefasste, zum Teil farbige Gläser
  • Maße: Länge 33,6 m, Höhe 3,2 m
  • Entstehung: 1978                                                                    
  • Eigentum: Stadt Kirchheim