Bucher, André - "Gegensätze" 

Gegensätze

Die in Sichtweite zueinander positionierten Werke „Gegensätze“ und „Gegenüberstellung“ sind die puristischsten Arbeiten André Buchers auf dem Kirchheimer Kunstweg. Schnörkellos konsequent bedient sich der Künstler elementarer geometrischer Formen. Die in den Werktiteln anklingende Dialektik bringt Bucher mit genuin bildhauerischen Mitteln zur Geltung. Im Sinne eines Gegensatzes stellt er die jeweilige Grundform – hier ein Halbkreis – sich selbst gegenüber. Zugleich findet Buchers spannungsgeladene Komposition ihre Aufhebung im organischen Ganzen eines den Raum strukturierenden Gefüges. Dessen Grad an Überschneidung und wechselseitiger Durchdringung wechselt mit dem Standort des Betrachters. Die in der geometrischen Anordnung aufgestaute Energie bringt den Betrachter in Bewegung, der die unerschöpfliche Bandbreite formaler Konstellationen nur aus der eigenen Aktivität heraus erleben kann. „Jedes Wort über ein Kunstwerk ist willkürlich“, meinte André Bucher einmal in einem Interview. Denn diejenigen Gefühle, die der Künstler zum Ausdruck bringt seien nicht identisch mit den Gefühlen, die das Kunstwerk bei anderen hervorrufe: „Deshalb muss jeder mein Werk so auslegen, wie er will; das ist seine Freiheit. Und meine Freiheit besteht darin, dass ich das Werk so mache, wie ich will.“ Eben jene verbindende Freiheit zwischen künstlerischer Autonomie und eigenständiger Rezeption kann an und mit Buchers Plastiken erübt und erfahren werden. (Text: Florian Stegmaier)
  • 1924 geboren in Inhambane, Ost-Afrika
  • ab 1926 wohnhaft in Ascona
  • Ausbildung in Genf und „Grand Chaumiere“ in Paris u.a.
  • 1948 - 1966 Arbeit als Modellgrafiker
  • seit 1949 wohnhaft in Genf
  • seit 1967 ausschließlich Bildhauer
  • 1976 erste Arbeiten mit Lava   
  • 2009 gestorben in Genf
  • Objektstandort: Ötlingen, vor der Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle
  • Material: Stahl rot lackiert
  • Maße: Durchmesser 400 cm
  • Entstehung: 1985
  • Eigentum: Stadt Kirchheim unter Teck