Erneuerbare Energie erzeugen

Erneuerbare Energie zu erzeugen, schont nicht nur das Klima, sondern kann auch rentabel sein. Doch viele Dachflächen in Kirchheim unter Teck sind noch ungenutzt. Dabei gibt es viele gute Gründe für eine eigene Photovoltaik (PV) oder Solarthermieanlage:

  • Es ist ein Beitrag, um die Energiewende zu beschleunigen. Schon nach circa 2 Jahren hat eine PV-Anlage mehr Energie nutzbar gemacht, als für die Herstellung nötig war.
  • Die Unabhängigkeit von Strombetreibern, Energielieferanten und deren Preiserhöhungen steigt.
  • Auch bei abnehmender Einspeisevergütung kann eine PV-Anlage rentabel sein, besonders wenn Strom selbst genutzt wird. Selbst produzierter Strom ist deutlich günstiger als Storm aus dem öffentlichem Netz und kann auch in der eigene E-Zapfanlage eingesetzt werden.
  • Solaranlagen zeigen kaum Verschleiß (zwischen 20 und 40 Jahre Lebensdauer) und haben geringen Wartungsaufwand.

Beim Einstieg als Energiewirt:in gibt es oft viele Fragen, bei denen wir Ihnen Hilfestellungen bieten möchten. Im Rahmen der Photovoltaik-Kampagne bieten wir Vorträge und Beratungstage an. Weitere Informationen dazu finden sie Seite auf der Seite Photovoltaik-Kampagne.

Fragen und Antworten als Energiewirt:in einer PV-Anlage

Am geeignesten ist
  • eine Ausrichtung nach Süden (± 30° Ausrichtung nach West oder Ost)
  • auch Ost-West Dächer bieten Vorteile, da hier hauptsächlich Strom am Morgen und Abend erzeugt wird, was oft auch die Zeit des intensivsten Eigenverbrauchs ist
  • eine Dachneigung von 25-40°, bei Flachdächern ist eine Schrägstellung mit Ständern möglich
Auskunft über das Solarpotential auf ihrer Dachfläche und eine erste Wirtschaftlichkeitsberechnung bekommen Sie im Energieatlas der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.

  • Die Bürger-PV-Berater in Kirchheim unter Teck bieten eine Erstberatung für Privatpersonen an, die sich Gedanken machen, eine PV-Anlage zu installieren.
  • Eignungscheck-Solarwärme der Verbraucherzentrale: ein Energieberater kommt zu Ihnen und prüft, ob und inwieweit eine Solarthermieanlage bei Ihnen sinnvoll ist. Die Kosten belaufen sich auf 40 €, für einkommensschwache Haushalte ist die Beratung sogar kostenlos, dank einer Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energi


Ein Solarteur bietet den Bau und die Instandhaltung von Solaranlagen an und  berät  zur Größe und Art der Anlage. Anhaltspunkte für einen vertrauenswürdigen Solarteur sind:
  • nimmt das Dach und den Hausanschluss persönlich in Augenschein und erstellt erst dann ein Angebot.
  • geht auch flexibel auf Wünsche hinsichtlich bestimmter Module ein und besteht nicht auf einem bestimmten Produkt.
  • setzt einen nicht unter Zeitdruck, weder mit Hinweis auf Lieferfristen noch auf die sinkende Einspeisevergütung.
  • offeriert ein Angebot, in dem die einzelnen Positionen aufgeführt sind und nicht pauschal von einem Stück PV-Anlage gesprochen wird.
  • erstellt aufgrund realistischer Annahmen eine Ertragsprognose, die ungefähr mit dem übereinstimmt, was man selbst schon über Solarrechner oder Ähnliches abgeschätzt hat.
  • teilt genaue Angaben zur Anmeldung der Anlage, Inbetriebnahme, Genehmigungen etc mit.
  • legt Verschaltungspläne offen.

Achten Sie auf Kundenbewertungen, Garantien, Zertifikate, Gewährleistungen und Testberichte.

Liste von Unternehmen in Kirchheim unter Teck und Umgebung, die Beratung, Installation, Service im Bereich Photovoltaik und Solarthermie anbieten

Datenbank des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg um Solarteurbetriebe zu suchen


Die Preise im Zusammenhang mit der Einrichtung einer PV-Anlagen ändern sich fortlaufen. Die Anschaffungskosten für Anlagen und Energiespeicher ändern sich, Strompreise steigen und die Einspeisevergütung sinkt kontinuierlich. Aus diesem Grund ist es schwer konkrete Zahlen zu nennen. Die folgenden Zahlen sind Richtwerte. Für genaue Werte lassen Sie sich am besten von einem Solateur beraten und holen mehrere Angebote ein.

Kosten

  • Anlagenkosten: bei kleinen Anlagen (3 bis 4 kWp) ca. 1.800€ bis 2.000€ pro kWp (netto), bei größeren Anlagen (8 bis 10 kWp) ca. 1.500€ bis 1.700€ pro kWp (netto). Jeder kWp führt zu ca. 900 – 1000 kWh und benötigt eine Fläche von ca. 6 m2
  • Wartungskosten für Reinigung und ggf. Reparaturen: ca. 100 € pro Jahr
  • Versicherungskosten gegen Unwetter, Überspannung, Tierbisse (z.B. Marder) u.a. je nach Größe bis zu 250 € pro Jahr
  • bei teilweise Stromeinspeisung: Miete von Zähler (ca. 40 € pro Jahr)

Steuern

Bei der Einspeisung des erzeugten Stroms ins Stromnetz werden Sie zum Unternehmer und damit Einkommens- und eventuelle Umsatzsteuer pflichtig. Hinweise was hier zu tun gibt das Finanzamt. Einen ersten Überblick bietet das PV-Netzwerk Baden Württemberg mit seinem Faktenblatt "Photovoltaik und Steuerrecht

Quellen:
https://www.solaranlagen-portal.com/solar/lohnt-sich-eine-solaranlage
https://www.solaranlagen-abc.de/solaranlage-einfamilienhaus,
https://www.solaranlage-ratgeber.de/versicherungen/allgefahrenversicherung-photovoltaik)

Ertragsaussichten

Bei den Ertragsaussichten ist relevant, was Sie an Stromkosten durch die Eingennutzung sparen können und was Sie durch die Einspeisevergütung erhalten.
  • Gesparte Stromkosten bei Eigennutzung: Die Kosten pro kWh die bei der Selbsterzeugung des Stroms anfallen sind deutlich geringer und bleiben vor allem konstant im Vergleich zu den Kosten für den Strom aus dem öffentlichen Netz. Bei den derzeit steigenden Stromkosten wird es demnach immer attraktiver möglichst viel Strom selbst zu nutzen.
  • Die Einspeisevergütung  wird für 20 Jahre gezahlt. Seit Juli 2022 ist sie von der Anlagengröße abhängig und ob der erzeugte Strom vollständig oder nur teilweise eingespeist wird. Wird er nur teilweise eingespeist, die sogenannte Überschusseinspeisung, ist die Vergütung geringer. Bis 31.01.2024 lieht zum Beispeil die Einspeisevergütung bei Anlagen mit Überschusseinspeisung bis 10 kWp bei 8,2 Cent pro kWh. Ab 01.02.2024 sinkt sie auf 8,11 Cent und danach im halbjährigen Rhythmus um 1 Prozent. Die Netzbetreiber sind in Deutschland verpflichtet, Strom aus Photovoltaikanlagen in das Netz einzuspeisen. Von ihnen wird auch die Einspeisevergütung ausgezahlt. Dazu muss die Photovoltaikanlage beim Netzbetreiber angemeldet sowie ein Antrag auf Netzanschluss gestellt werden.

Einen Ertragsaussichten-Rechner finden sie zum Beispiel bei Stadtwerke Esslingen.

Förderung

Um die Anschaffung von Elektroautos zu fördern und die Eigennutzung des PV-Stroms attraktiver zu machen, gibt es eine Förderung für:
  • die Betriebskosten und Ladestationen für Elektroautos für Privatpersonen durch das Land Baden Württemberg mit dem BW-e-Solar Gutschein





Kaufen

  • einmalige Investition für Anschaffung
  • selbständiges Aufkommen für Wartung und Reparaturen

In Raten zahlen

  • die Anschaffungskosten, werden hier in monatlichen Raten abgezahlt.
  • der Unterschied zur Miete ist, dass die Anlage nach Ablauf des Vertrags im
  • Besitz ist und nicht wieder abgebaut werden muss.

Mieten/Leasen/Pachten: Worauf zu achten ist!

  • Darf ich den erzeugten Strom der Anlage zum Eigengebrauch nutzen?
  • Darf ich den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen?
  • Was passiert nach Ablauf des Vertrags? Ist sie in meinem Besitz, wird sie wieder abgebaut,     kann der Vertrag verlängert werden, …)
  • Wer kommt für Versicherungs-, Reparatur- und Wartungskosten auf?

Deshalb: Verträge genau prüfen, auf Kleingedrucktes achten.

Contracting

Der Contractingdienstleister („Contractor“) lässt auf Ihr Hausdach (meist sind nur große Dachflächen für einen Contractor lohnend) eine PV-Anlage bauen und kommt komplett für die Finanzierung, Instandhaltung und Wartung auf.

Als „Contractingnehmer“ erhält man entweder:

  • eine Dachpacht, d.h. der Contractor profitiert allein vom erzeugten Strom, Sie erhalten diesen Strom nicht, sondern verpachten nur Ihr Dach.
  • den erzeugten Strom und muss einen Teil der Ersparnisse durch den günstigeren Solarstrom an den Contractor abgeben

Vorteile sind hierbei, dass keine Investitionskosten anfallen, da der Contractor diese übernimmt.


Aufdach-/ Dachparallele Anlagen

„klassische“ Solaranlage, mit leichtem Abstand zu Dachziegeln (Vorteil: „Hinterlüftung“ vermeidet Überhitzung der Anlage und dient als Wärmeschutz für das Gebäude)

Indach-Anlagen

Solarpanele werden anstelle von Dachziegeln in das Dach eingebaut. Vorteile sind die Gewichts- und ggf. Kosteneinsparungen. Bei hohen Temperaturen können bei geringer Hinterlüftung höhere Leistungseinbuße vorkommen als bei Aufdachanlagen.

Nachgeführte Anlagen

Höchst effizient, da sich  Richtung & Neigung der Photovoltaik–Fläche abhängig vom Sonnenstand verändert., aber höhere Anschaffungskosten.

Photovoltaik Fassade

Die Module werden an der Fassade angebracht.  Es können entweder „Dünnschichtmodule“ (günstig, leicht, aber geringerer Wirkungsgrad) oder „kristalline Module“ (teurer, aufwändige Montage im Vergleich zu Montage auf Dach) eingesetzt werden. Dies lohnt sich hauptsächlich bei Unternehmen, die große Fassadenflächen und einen hohen Eigenverbrauch haben.

Stecker-Solargeräte

Kleine Solarmodule für den Haushaltsgebrauch, z.B. auf dem Balkon, die in Steckdose eingesteckt werden (ca. 100 € - 1000 € je nach Größe). Der erzeugte Strom kann nur selbst genutzt werden. Sie sind nicht geeignet für Netzeinspeisung. Durch den selbst produzierten Strom sinkt der Stromverbrauch aus dem öffentlichem Netz, der Stromzähler dreht sich langsamer und die Stromkosten sinken. Mit kleinem Energiespeicher dienen sie als Inselgeräte z.B. für Campingwagen oder Schrebergärten.


Ein Stecker-Solargerät besteht aus Solarmodulen und einem Wechselrichter. Das Solarmodul erzeugt aus Sonnenlicht elektrischen Strom, den ein Wechselrichter in "Haushaltsstrom" umwandelt. Dieser wird direkt mit einem in der Wohnung vorhandenen Stromkreis verbunden. Im einfachsten Fall wird dazu ein Stecker in eine vorhandene Steckdose eingesteckt. Die installierte Leistung ist auf 2 Kilowatt begrenzt und die Anschlussleistung des Wechselrichters auf 800 Voltampere.

Im Gegensatz zu Photovoltaikanlagen sind die wesentlich kleineren Stecker-Solargeräte dafür gedacht, dass Privatpersonen sie selbst anbringen, anschließen und den Strom direkt nutzen. Auch die Anmeldung beim Marktstammdatenregister dürfen Privatpersonen selbst vornehmen. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht erforderlich.
Da sich Stecker-Solargeräte im Durchschnittlich nach 5-10 Jahren amortisieren, gibt es keine Förderung durch die Stadt Kirchheim unter Teck.

Hier können Sie ihr Stecker-Solargerät bei der Bundesnetzagentur im Markstammdatenregister anmelden.

Mieter oder Mitglieder eine Wohnungseigentümergesellschaft müssen die Installation eines Stecker-Solargerätes dem Vermieter bzw. der Wohnungseigentümergemeinschaft melden. Sie können, nach der neuesten Ergänzung des Wohnungseigentümergesetzes jedoch verlangen, die Installation der Anlage zu erlauben.

Weitere Informationen zu Stecker-Solargeräten finden Sie bei der Verbraucherzentrale.