Villa Weitzmann, Paradiesstr. 10

  • Standort: Paradiesstraße 10
  • Bautypus: Villa
  • Entstehungszeit: 1895
  • Bauherr:  Witwe des Kaufmanns Arthur Weitzmann
  • Heutige Besitzverhältnisse:  privat
  • Zustand: gut, spätere Anbauten
1895 ließ sich die Witwe des wohlhabenden Kaufmanns Arthur Weitzmann in der Paradiesstraße von Manz ein sehr schönes Wohnhaus direkt an der Lauter erbauen. Ebenfalls im historisierenden Backsteinstil mit farblich abgesetzten horizontalen Gesimsbändern und weiteren profilierten Ornamenten. Die Straßenfassade wird dominiert durch einen prägenden Eckrisalit mit Schwebegiebel und an der südlichen Ecke durch einen Erker mit Turmdach

Die Lauter machte offensichtlich Hochwasserprobleme, da war Manz als gelernter Wasserbautechniker in seinem Element. Durch geeignete Baumaßnahmen wurde die Hochwassergefahr gebannt. Obwohl die Paradiesstraße bis Anfang der 1930er Jahre weder über Kanalisation noch einen festen Straßenbelag verfügte, galt sie bald, nicht zuletzt durch die Bahnhofnähe, als eine der vornehmsten Straßen Kirchheims.

Das Haus kam nach dem Tod der Witwe Weitzmann in den Besitz von Schirmfabrikant Wilhelm Späth. Dieser ließ 1905 an der südlichen Seite durch den Kirchheimer Bauwerkmeister Eugen Most einen, im Stil sehr gut zum Haus passenden, einstöckigen Anbau errichten. In den 1930er Jahren wurde das Haus schließlich an Dr. Wilhelm Gölz verkauft, der dort wohnte und seine Arztpraxis betrieb. 


(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 96 f.)