- Standort: Kolbstraße 32 (ehemals Bahnhofstraße)
- Bautypus: Villa
- Entstehungszeit: 1896
- Bauherr/Auftraggeber: Karl Friedrich Jäger
- Heutige Besitzverhältnisse: privat
- Zustand: gut, verschiedene Umbauten
Der zuletzt in Tuttlingen als Dekan tätige Karl Friedrich Jäger ließ sich für seinen Ruhestand in Kirchheim 1896 eine prächtige Villa im historisierenden Backsteinstil bauen. Der Bauplan wurde von Manz unterschrieben, gezeichnet hat ihn aber ein Mitarbeiter seines Büros. Entstanden ist ein sehr repräsentatives, mit allen technischen Erfordernissen ausgestattetes und harmonisch erscheinendes Wohnhaus.
Der Bauherr, Dekan Karl Jäger, entstammte einer Pfarrfamilie und galt als Verfasser zahlreicher theologischer Schriften als außergewöhnlich gelehrt. Als er 1897 pensioniert wurde, bezog er als Witwer mit seinen Kindern sein neuerbautes Haus in Kirchheim und vermietete das Erdgeschoss an den Fabrikdirektor Karl Ottens von Kolb und Schüle. Nach seinem Tod 1903 zogen die Erben ins Erdgeschoss, die vornehme Beletage übernahm der Mieter. Später kam es mehrfach zum Verkauf, u.a. an Fabrikant Rudolf Stecher.
Das Haus galt als eines der teuersten in der Stadt. Wie konnte sich ein Dekan eine Villa dieser Dimension leisten? Es gibt keinen Nachweis, aber die Vermutung liegt nahe, dass ihn dabei seine beiden gut betuchten Brüder unterstützt haben: Otto Jäger als Sportprofessor, später Leiter der Turnlehrerausbildung in Stuttgart sowie der noch berühmtere Bruder, Gustav Jäger. Als Zoologe und Mediziner entwickelte er „gesunde“ Wollkleidung, die zum Erfolgsschlager wurde und ihm zu Reichtum verhalf.
(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 86 ff.)
Der Bauherr, Dekan Karl Jäger, entstammte einer Pfarrfamilie und galt als Verfasser zahlreicher theologischer Schriften als außergewöhnlich gelehrt. Als er 1897 pensioniert wurde, bezog er als Witwer mit seinen Kindern sein neuerbautes Haus in Kirchheim und vermietete das Erdgeschoss an den Fabrikdirektor Karl Ottens von Kolb und Schüle. Nach seinem Tod 1903 zogen die Erben ins Erdgeschoss, die vornehme Beletage übernahm der Mieter. Später kam es mehrfach zum Verkauf, u.a. an Fabrikant Rudolf Stecher.
Das Haus galt als eines der teuersten in der Stadt. Wie konnte sich ein Dekan eine Villa dieser Dimension leisten? Es gibt keinen Nachweis, aber die Vermutung liegt nahe, dass ihn dabei seine beiden gut betuchten Brüder unterstützt haben: Otto Jäger als Sportprofessor, später Leiter der Turnlehrerausbildung in Stuttgart sowie der noch berühmtere Bruder, Gustav Jäger. Als Zoologe und Mediziner entwickelte er „gesunde“ Wollkleidung, die zum Erfolgsschlager wurde und ihm zu Reichtum verhalf.
(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 86 ff.)