Villa Glöckler, Schülestr. 18

  • Standort: Schülestraße 18 ( ehemals Rosenstraße 18)
  • Bautyp: Villa
  • Entstehungszeit: 1905
  • Bauherr und  Auftraggeber: Dr. med. Friedrich Glöckler
  • Heutige Besitzverhältnisse: privat
  • Zustand: Gut, fast im Originalzustand erhalten
1905 ließ sich der vorher im Haus Marktstraße 2 praktizierende, naturheilkundlich ausgerichtete Arzt Dr. Friedrich Glöckler ein großes, geräumiges, nicht historisierendes Wohnhaus in der Rosenstraße 18 (heute Schülestraße 18) bauen, in dem er auch seine Praxis unterhielt. Das zweistöckige Gebäude wird geprägt von einem hohen Sockel und einem Mansardwalmdach, zur Straßenseite durch ein Zwerchhaus und verschiedene Fensterformen. Interessant sind auch die unterschiedlichen Fensterformen des Treppenhauses an der Westseite. Manz verzichtet ganz auf historisierende Elemente. Die steinernen Fensterumrandungen sind die einzigen Schmuckformen.
Im EG befanden sich Sprech- und Wartezimmer, daneben private Räume wie Küche, Esszimmer und eine geschlossene Veranda; im ersten Stock Wohn- und Schlafräume, Bad und offene Veranda; im geräumigen Dachgeschoss Mädchenzimmer, kleine Küche und ein großer Dachboden.
In den Bauakten hat sich ein Exemplar des umfangreichen Vertrags erhalten, den Manz mit Handwerkern vereinbarte, entsprechend einem Mustervertrag, den die öffentliche Hand mit Handwerkern schloss. Von Anfang an hat Manz ähnliche, zu Beginn handschriftlich formulierte Verträge geschlossen und damit erreicht, dass seine Bauten pünktlich und zu den vereinbarten Preisen fertiggestellt wurden. Das hat den hervorragenden Ruf von Manz begründet und ihm immer wieder neue Kunden zugeführt.
Dr. Friedrich Glöckler wohnte in seinem Haus bis zu seinem Tod 1948.

(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 91 ff.)