- Standort: Dettinger Straße 95
- Bautypus: Villa
- Entstehungszeit: 1892, mehrfache Erweiterungen und Reparaturen
- Bauherr: Fabrikant Max Weise
- Heutige Besitzverhältnisse: privat, wird als Büro (Notariat) genutzt
- Zustand: gut, bis auf den Dachstuhl Originalbestand
1887/88 hatte der aus Sachsen stammende Max Weise von Emil Helfferich eine Flanschenfabrik mit 35 Arbeitern gekauft und sie sehr schnell ausgeweitet. Die Firma „Emil Helfferich Nachfolger“ verkaufte ihre Produkte ins gesamte Reichsgebiet und ins benachbarte Ausland. Die Produktionsbedingungen der Firma wurden wesentlich verbessert durch den Gleisanschluss. Weise hatte sich energisch für die Verlängerung der Eisenbahn von Kirchheim nach Oberlenningen eingesetzt.
Max Weise war der erste größere Auftraggeber von Manz. Bereits 1892 beauftragte Weise Manz mit dem Bau einer herrschaftlichen Villa gegenüber der Firma. Manz entwarf ein für Kirchheimer Verhältnisse ungewöhnlich aufwändiges und repräsentatives Wohnhaus. Die Außenwirkung war sicher beabsichtigt. Die Villa zeigte die Prosperität und Kreditwürdigkeit des Unternehmens sowie die patriarchalische Unternehmensführung.
Der Baustil entsprach dem Zeitgeschmack, historistisch mit Anklängen an die Neorenaissance. Der Bau erregte in Kirchheim beträchtliches Aufsehen und wurde Ziel von sonntäglichen Spaziergängen an den Stadtrand. Er begründete den Ruhm von Manz als Architekt von prächtigen und repräsentativen Bauten von hoher Qualität.
1904 wurde die Villa beträchtlich erweitert, 1914 kam noch ein „Blumenzimmer“hinzu. In den 1940er Jahren kam es zu einem Dachstuhlbrand, für die Dachreparatur, der die Dachformschmuckformen zum Opfer fielen, wurde wieder das Büro Manz herangezogen, inzwischen in den Händen von Max Manz. Er firmierte immer noch unter der Bezeichnung „Baurat Manz“, obwohl es diesen Titel längst nicht mehr gab.
(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 47 ff.)
Max Weise war der erste größere Auftraggeber von Manz. Bereits 1892 beauftragte Weise Manz mit dem Bau einer herrschaftlichen Villa gegenüber der Firma. Manz entwarf ein für Kirchheimer Verhältnisse ungewöhnlich aufwändiges und repräsentatives Wohnhaus. Die Außenwirkung war sicher beabsichtigt. Die Villa zeigte die Prosperität und Kreditwürdigkeit des Unternehmens sowie die patriarchalische Unternehmensführung.
Der Baustil entsprach dem Zeitgeschmack, historistisch mit Anklängen an die Neorenaissance. Der Bau erregte in Kirchheim beträchtliches Aufsehen und wurde Ziel von sonntäglichen Spaziergängen an den Stadtrand. Er begründete den Ruhm von Manz als Architekt von prächtigen und repräsentativen Bauten von hoher Qualität.
1904 wurde die Villa beträchtlich erweitert, 1914 kam noch ein „Blumenzimmer“hinzu. In den 1940er Jahren kam es zu einem Dachstuhlbrand, für die Dachreparatur, der die Dachformschmuckformen zum Opfer fielen, wurde wieder das Büro Manz herangezogen, inzwischen in den Händen von Max Manz. Er firmierte immer noch unter der Bezeichnung „Baurat Manz“, obwohl es diesen Titel längst nicht mehr gab.
(Nach Sieber, Eberhard: Gründerzeitliche Villenarchitektur und repräsentativer Fabrikbau, Schriftenreihe Stadtarchiv Kirchheim unter Teck Bd. 38/2016, S. 47 ff.)