Alter Friedhof

1541 Der innerstädtische Friedhof bei der Martinskirche wird anlässlich des Ausbaus der Stadt Kirchheim zur Landesfestung nach Norden vor das Stadttor jenseits der Herdfeldbrücke verlegt. Vor der Reformation in Württemberg (1534) stand hier an der Herdfeldstraße die Marienkapelle an der Lindach, die bis ins 16. Jahrhundert für die Kirchheimer Filialgemeinden Ötlingen (mit Lindorf) und Notzingen (mit Wellingen) bei Begräbnissen, Taufen und Hochzeiten zuständig war.

1581 Erwähnung als "Kirchlein beim Gottesacker, in dem den verstorbenen Kindern das Glöcklein geläutet wird".

1690 Totenkirchlein, nach dem Kirchheimer Stadtbrand dient es vorübergehend als Ersatz für die von den Flammen zerstörte Martinskirche, danach wird es als Scheuer für den Totengräber genutzt.

1741 Hochwasser der Lindach überschwemmen das Kirchlein mannshoch.

1754 Nach Reparaturarbeiten können Aussegnungen wieder vorgenommen werden.

1809 Einfriedung des Friedhofs, Mauerkrone aus Kalktuffquadern.

1834 Erweiterung des Friedhofs, Mauerkrone aus Sandsteinplatten.

1840 Abbruch des Totenkirchleins wegen Baufälligkeit. Vorher werden noch zwei Altartafeln eines spätgotischen Marienaltars geborgen, die heute im Chor der Martinskirche zu sehen sind. Das benachbarte Werkhaus, ehemals äußere Kelter, dient nun als provisorische Aussegnungshalle.

1898 Der 1841 aus Kirchheim in die USA ausgewanderte Jakob Friedrich Schöllkopf stiftet 25 000 Goldmark zugunsten einer Friedhofskapelle.

1903 Erbauung der neugotischen Friedhofskapelle (Schöllkopfkapelle) nach den Vorgaben des württembergischen Architekten Heinrich Dolmetsch (1846–1908). Auch die heutige Leichenhalle stammt aus diesem Jahr. Sie stand 1903 noch am Nordrand des damaligen Friedhofs.

1906 Einbau einer pneumatischen Goll-Schäfer-Orgel mit Kegelventilen (heute Technikdenkmal).

1909 Erweiterung des Friedhofs nach Norden, Mauer der Einfriedung mit neugotischen Ziegeldächlein.

1953/1957 Erweiterung nach Nordwesten, Umsiedlung der Gärtnerei Kahle.

1963 Der Kirchheimer Gemeinderat beschließt den Waldfriedhof auf dem Hohen Reisach.

1972/1991 Der Kirchheimer Gemeinderat beschließt, den Bestattungsbetrieb auf dem Alten Friedhof an der Herdfeldstraße bis 2011 ganz auslaufen zu lassen.

24. Oktober 1993 Durch einen Bürgerentscheid wird dieser Beschluss rückgängig gemacht.

1996 Wiederbelegung des Alten Friedhofs.

1997/99 Renovierung der Friedhofskapelle mit Restaurierung